Wirtschaft : Rückzug der bayerischen Partner ist ein "Beschluß der Aktionäre"

du-/tmh

"Für die Mitarbeiter und den Standort Dahlewitz ändert sich in den kommenden Jahren nichts", sagte Sigrid Bocksch, die Betriebsratsvorsitzende von BMW Rolls Royce, am Montag. Der Rückzug der bayerischen Partner aus dem deutsch-britischen Joint Venture sei ein "Beschluß der Aktionäre" gewesen. "Völlig unerwartet kam es nicht". Der Betrieb vor den Toren Berlins mit seinen rund 1000 Beschäftigten entwickele sich positiv. Erst vor wenigen Monaten war beschlossen worden, die Montagekapazitäten in Dahlewitz für rund 15 Millionen Mark zu erweitern. Dadurch sollen in den nächsten Jahren rund 100 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Der deutsche Triebwerksbauer BMW Rolls Royce Aero Engines GmbH, der nun in Rolls Royce GmbH umbenannt wird, wurde 1990 als deutsch-britisches Gemeinschaftsprojekt gegründet und hat bislang Lieferverträge mit einem Wert von gut vier Milliarden Mark in seinen Büchern - vor allem für den US-Flugzeugbauer Boeing sowie für den kanadischen Hersteller Bombardier. 1998 wurden bei einem Verlust von 459 Millionen Mark etwa 100 Triebwerke im Wert von 723 Millionen Mark ausgeliefert. Für 2001 ist eine Erhöhung auf über 250 Einheiten geplant. BMW hat bislang 1,7 Milliarden Mark in das Triebwerksgeschäft investiert. 1999 steht BMW Rolls Royce ein erneuter Verlust von gut 300 Millionen Mark bevor. Der neue Mutterkonzern Rolls Royce Plc, dessen größter industrieller Anteilseigner BMW künftig ist, zählt bei einem Umsatz von rund 16 Milliarden Mark mit den US-Konzernen General Electric und Pratt & Whitney zu den drei weltgrößten Herstellern von Flugzeugtriebwerken.

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