Wirtschaft : Rürup will Betriebsrente retten

Entgeltumwandlung soll sozialabgabenfrei bleiben

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Berlin - Der Rentenexperte Bert Rürup hat die Bundesregierung aufgefordert, die Entgeltumwandlung bei der betrieblichen Altersvorsorge auch über das Jahr 2008 hinaus zu verlängern. „Wenn die Entgeltumwandlung ausläuft, wäre das ein schwerer Schlag für die betriebliche Altersvorsorge“, sagte Rürup, der Vorsitzender des Sozialbeirats und des Sachverständigenrats der Bundesregierung ist, am Montag auf der Handelsblatt-Jahrestagung „Betriebliche Altersvorsorge“ in Berlin. Bei der Entgeltumwandlung lässt sich der Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts nicht auszahlen, sondern steckt es stattdessen in eine Pensionskasse oder einen -fonds. Bis zum Jahr 2008 sind die Einzahlungen steuer- und sozialabgabenfrei, ab 2009 sollen nach der bisherigen Rechtslage die Einzahlungen wieder sozialversicherungspflichtig werden. Ein falscher Weg, meint Rürup: „Die Sozialabgabenfreiheit ist viel wichtiger als die Steuerfreiheit“.

Auch die Regierung erwartet in den nächsten Wochen und Monaten „intensive“ Diskussionen über die Zukunft der Entgeltumwandlung, will aber an der bisherigen gesetzlichen Regelung festhalten. Durch die Sozialabgabenfreiheit entgingen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung „beachtliche Beiträge“, sagte Heinrich Tiemann, Staatssekretär im Bundessozialministerium. Dadurch würde der Druck auf die Sozialversicherungsbeiträge steigen, „das wollen wir nicht“, betonte Tiemann. Auch Forderungen nach einer Riester-Pflichtversicherung oder einer Opting-out-Lösung, bei der man zunächst automatisch versichert ist, die Zusatzvorsorge jedoch abwählen kann, erteilte Tiemann eine Absage. hej

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