Wirtschaft : Rüsselsheim lenkt Russland GM weitet Kompetenzen für Opel aus

Hamburg - Der US-Autobauer General Motors gibt seiner Tochter Opel die Hoheit über das Geschäft in Russland. Die Aktivitäten in dem osteuropäischen Land würden Anfang des nächsten Jahres in den europäischen Konzernteil von GM eingegliedert, teilte Opel am Freitag mit. Damit können sich die Rüsselsheimer künftig den Absatz in Russland zurechnen, der bisher als Teil der internationalen Aktivitäten von GM von Schanghai aus gesteuert wird. Für Opel eröffnet sich damit zugleich eine Chance, durch Exporte die wegen der Krise auf dem Heimatmarkt unterbeschäftigten Werke besser auszulasten.

„Das ist die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit“, sagte GM-Europachef Chef Karl-Thomas Neumann, der auch Opel führt. „Alle Prognosen weisen darauf hin, dass sich Russland in den kommenden Jahren zur größten Absatzregion Europas entwickeln wird“, betonte Neumann.

Russland ist für GM nach Deutschland und Großbritannien bereits der drittgrößte Absatzmarkt in Europa. Im vergangenen Jahr verkaufte Opel in Russland 81 000 Fahrzeuge und lag mit einem Marktanteil von drei Prozent auf Rang 13 weit hinter der ebenfalls zum US-Konzern gehörenden Tochter Chevrolet, die mit 205 000 Wagen auf Platz zwei hinter Marktführer Lada rangierte. Der US-Konzern produziert Opel-Fahrzeuge in einem Werk in St. Petersburg. Opel verkauft in normalen Jahren in Europa etwa eine Million Fahrzeuge.

Ob durch die Neuordnung auch die Chancen steigen, dass Opel früher als geplant die Gewinnzone erreicht, ist unklar. Denn GM veröffentlicht keine Ergebniszahlen für einzelne Länder. Der Detroiter Konzern will seine chronisch defizitäre Europatochter durch Einsparungen und eine Modelloffensive bis 2016 in die schwarzen Zahlen führen. rtr

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