Wirtschaft : Ruggiero und Bangemann verhandeln Internet-Standards

BERLIN (dw).Mit einer hochkarätig besetzen Podiumsdiskussion findet der Neunte Weltkongreß der Informationstechnik am heutigen Donnerstag im Berliner Hotel Adlon seinen Schluß- und Höhepunkt.Der Generaldirektor der Welthandelsorganisation Renato Ruggiero diskutiert mit OECD-Generalsekretär Donald Johnston und EU-Kommissar Martin Bangemann die Möglichkeit und Notwendigkeit weltweiter Standards für den Internet-Handel.Das Forum, an dem auch weltweit führende Internet- und Computerfirmen teilnehmen, wird gleichwohl keine Entscheidungen treffen: Erst Anfang nächsten Jahres will Bangemann die Diskussionsvorschläge in einer "Global Charter" zusammenfassen.

Noch unter Ausschluß der Öffentlichkeit bereiteten am Mittwoch rund 400 Vertreter der IT-Branche in Workshops und Konferenzen den Boden für die heutige Schlußdebatte.Die japanische Delegation schlug dabei globale Richtlinien für Verschlüsselungstechnik (Kryptologie) und Sicherheit im Datenverkehr vor.Beim deutschen Beitrag ging es um Datenschutz und Schutz der Privatsphäre in der Informationsgesellschaft.Im Anschluß daran leitete die kanadische Delegation die Debatte um die weltweit einheitliche Besteuerung des Internet-Handels.Die Amerikaner stellten eine Prognose über die weltweite Entwicklung des Electronic Commerce vor.Die britische Delegation stellte Lösungen für das sogenannte "Y 2 K"-Problem vor: Die Unfähigkeit vieler Software-Produkte, mit dem Datumssprung auf das Jahr 2000 umzugehen.Ruggiero, Johnston und Bangemann werden diese Teilaspekte am heutigen Donnerstag mit Spitzenmanagern aus der Industrie beraten.

Bereits am Mittwoch hatte die international tätige Unternehmensberatung und Software-Firma Novell auf einer Konferenz in Berlin die Notwendigkeit betont, Daten- und Zahlungsverkehr über das Internet sicher zu machen.Der Vizepräsident des auf Risiko-Management und Datensicherheit spezialisierten US-Unternehmens, Roland Richter, zitierte Schätzungen, wonach bereits im Jahr "der über Netzwerke generiert Umsatz von Unternehmen" eine Trillion US-Dollar (1000 Mrd.Dollar) betragen könnte.Information und damit Datensicherheit avanciere zum "wichtigsten Einzelfaktor in nahezu jeder Branche." Novell-Strategie-Berater Stephen Davies warnte davor, daß gerade die Verwirrung um die Software-Umstellung zum Datumssprung ins Jahr 2000 von Hackern und der organisierten Kriminalität für Betrügereien ausgenutzt wird.Unternehmen ohne Schutz ihrer Datenpools liefen Gefahr, ausspioniert zu werden oder gar ihr gesamtes computergespeichertes Know-how zu verlieren.

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