Wirtschaft : Ruhrgas rückt Veba näher - RWE will Beteiligung verkaufen

ews/jsn/HB

Die RWE AG, Essen, will ihre Beteiligung von 3,5 Prozent an der Ruhrgas AG, Essen, an die durch den Zusammenschluss von Veba und Viag entstehende Eon AG, Düsseldorf, verkaufen. Damit würde die Veba über ihre unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen bei der Ruhrgas einen gewichtigen Einfluss gewinnen. Bei einem Unternehmenswert des größten europäischen Gashändlers von schätzungsweise 17 Milliarden Mark kann der Anteil von RWE, der über die Öltochter RWE-DEA an der Bergemann GmbH gehalten wird, auf 600 Millionen Mark veranschlagt werden. Die Trennung sei Resultat kartellrechtlicher Abstimmungsgespräche, heißt es bei RWE.

Für die Genehmigung der beiden Fusionsvorhaben RWE/VEW und Veba/Viag fordern die Kartellbehörden "wettbewerbsverbessernde Maßnahmen". Sowohl in Brüssel bei der EU-Wettbewerbsbehörde - zuständig für Veba/Viag - als auch in Bonn beim Bundeskartellamt, das die Verschmelzung von VEW auf RWE prüft, liegen die Vorschläge der beteiligten Unternehmen mittlerweile vor. Die beiden Verfahren sind von den Wettbewerbshütern in enger Koordination bearbeitet worden. Am 7. Juni wird in Brüssel endgültig entschieden; dann werden wohl auch in Bonn die Bedingungen für die Fusionsgenehmigung bekannt gegeben. In beiden Fällen ist grünes Licht zu erwarten.

Auch bei der britischen Vodafone, die sich in diesem Frühjahr die Mannesmann AG einverleibt hatte, wird der Ausstieg aus der Ruhrgas geprüft. Mannesmann hält mit 13,3 Prozent einen bedeutenden Anteil an der montanbeherrschten Bergemann GmbH und durchgerechnet etwas mehr als vier Prozent am Grundkapital der Ruhrgas von 1,125 Milliarden Mark. Vodafone benötigt finanzielle Mittel, um den Ausbau des Mobilfunkunternehmens voranzutreiben.

Die neue Eon ist daran interessiert, ihren Anteil an der Ruhrgas aufzustocken. Hierfür ist es aber erforderlich, den bedeutendsten Bergemann-Teilhaber RAG (die frühere Ruhrkohle) unter Kontrolle zu bekommen. Dies könnte durch eine Realteilung oder durch eine Aufstockung der bisherigen Anteile von knapp 40 Prozent geschehen. Dies würde teuer werden, weil ein Einstieg in den schnellen Auslaufbergbau an Ruhr und Saar nicht unter zwölf Milliarden Mark zu realisieren ist. Offen ist zudem, ob Steinkohlesubventionen zurück gezahlt werden müssen.

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