Wirtschaft : Rumble in Riesa

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Riesa (dpa). Die erste Runde ging an Muhammad Ali. Getreu seinem einstigen Kampfmotto „Float like a butterfly - sting like a bee“ (Schwebe wie ein Schmetterling - stich wie eine Biene) flog der ehemalige Box-Weltmeister im Schwergewicht in Sachsen ein und ließ die seit Tagen wartende Öffentlichkeit erst einmal ins Leere laufen. Aus Sicherheitsgründen wurde der genaue Ankunftszeitpunkt, der für Freitag terminiert worden war, von Alis Management geheim gehalten. Am Donnerstag war Ali bereits da.

Riesas Oberbürgermeister Wolfram Köhler hatte den „Weltsportler des Jahrhunderts“ vom Dresdner Flughafen abgeholt und fuhr ihn zusammen mit dessen Ehefrau Lonnie nach Riesa ins Hotel, wo er sich von der 15-stündigen Reise erholen wollte. „Ich bin glücklich, dass ich endlich hier bin. Nun bin ich gespannt, was mich erwartet. Ich war zwar oft in West-Deutschland, aber noch nie in Ostdeutschland“, sagte der an der Parkinsonschen Krankheit leidende 60-Jährige. Vor dem Hotel bereiteten ihm hunderte von Kindern einen warmherzigen Empfang. Der neunfache Familienvater kümmerte sich rührend um seine kleinsten Fans und begeisterte sie als Magier mit kleinen Zaubertricks.

Für Ali ist es bereits seine fünfte Deutschland-Visite. Seinen letzten Besuch hatte er vor vier Jahren in München, als er seinen ehemaligen Gegner Karl Mildenberger (Kaiserslautern) traf, der gegen den Champion 1966 in Frankfurt (Main) immerhin bis in die zwölften Runde gekommen war. Mildenberger war wie auch der Hamburger Jürgen Blin, der 1971 in Zürich in der siebten Runde k.o. gegangen war, Gast der deutschen Filmpremiere des autobiografischen Films „Ali“ am Freitagabend . Die Sicherheitsvorkehrungen für den Mitte der 60er zum Islam konvertierten einstigen Cassius Clay waren beträchtlich und der VIP-Raum für den Aufenthalt nach der Filmpremiere mit Schmetterlingen und Bienen ausgestattet.

Absagen musste nur Max Schmeling. Der bisher einzige deutsche Weltmeister aller Klassen konnte wegen seines Gesundheitszustandes nicht kommen und übermittelte Grüße: „Ich wünsche ihm einen angenehmen Aufenthalt und dass er möglichst viele Erinnerungen mitnehmen möge.“ Beim „Rumble in Riesa“ soll Ali in der 40 000-Einwohner-Stadt nicht nur die Werbetrommeln für seinen 110 Millionen Euro teuren Film rühren. Er soll auch einen Wirkungstreffer im nationalen Kampf um Olympia landen. Am zweiten Tag seines Besuchs ließ sich „The Greatest“ von Sachsens Ministerpräsident Milbradt die Olympia-Bewerbung von Leipzig mit den Partnerstädten Chemnitz, Dresden, Halle und Riesa präsentieren.

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