Russische Wirtschaft : Gericht beschließt Liquidation von Jukos

Das Moskauer Handelsgericht hat die Liquidation des russischen Ölkonzerns Jukos beschlossen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass der vormals größte russische Ölkonzern nicht mehr überlebensfähig sei.

Moskau - Für die Liquidation setzte Richter Pawel Markow einen Zeitraum von einem Jahr fest. Die Gläubiger von Jukos hatten bereits letzte Woche den vorgelegten Restrukturierungsplan zur Sanierung des Konzerns des ehemaligen Ölmilliardärs Chodorkowski abgelehnt. Diese setzen sich fast ausnahmslos aus der russischen Steuerbehörde und dem staatlich geführten Ölkonzern Rosneft zusammen.

Jukos war nach einem Streit um Steuerzahlungen bereits vor rund zwei Jahren de facto zerschlagen und Ende März einem Konkursverwalter unterstellt worden. Beobachter vermuten dahinter politische Gründe. Der Jukos-Gründer und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski verbüßt derzeit eine achtjährige Haftstrafe in einem Straflager in Sibirien. Die Ölförderung von Jukos, nach Zahlen vom Mai immer noch siebtgrößte russische Ölfirma, wird an die staatliche Rosneft abgetreten. (tso/AFP)

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