Wirtschaft : Russland: Deutsche Wirtschaft begrüßt Reformen

cvm

Mit Blick auf den am Dienstag beginnenden dreitägigen Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin haben deutsche Wirtschaftsvertreter positive Trends in Russlands Wirtschaft, bei Investitionen, Handel, Moskaus Schuldendienst und der Reformpolitik hervorgehoben. Klaus Mangold, Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, spricht von der "größten Wirtschaftsreform seit 1945"; die Duma habe im vergangenen halben Jahr 150 Gesetze und Änderungen eingeleitet oder bereits verabschiedet. Tessen von Heydebreck, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, sagt über Putin nach anderthalb Jahren Amtszeit: "ein Präsident, der nicht nur über Reformen spricht, sondern auch liefert". Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser hebt hervor, nun würden Maßnahmen umgesetzt, die der Internationale Währungsfonds (IWF) jahrelang vergeblich gefordert habe. Angesichts der hohen Einnahmen aus dem Öl- und Gas-Export bediene Russland die Schulden im Westen "ohne Mühe"; der Außenhandelsüberschuss 2000 werde auf 61 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Der bilaterale Handel sei im ersten Halbjahr 2001 um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 23 Milliarden Mark gewachsen, sagte Mangoldt; der russische Überschuss habe sich dabei auf 6,25 Milliarden Mark im Vorjahresvergleich halbiert. Russlands Wirtschaft entwickele sich besser als erwartet und sei im ersten Halbjahr 2001 um 5,4 Prozent gewachsen. Die Inlandsinvestitionen haben um 17 Prozent auf 41 Milliarden Dollar zugenommen - für Klaus von Menges, Vorstandsvorsitzender der Ferrostaal AG, "die wichtige Botschaft". Dazu dürfte auch ein neues Gesetz gegen Kapitalflucht beigetragen haben, die zuvor noch auf bis zu zwei Milliarden Dollar pro Monat geschätzt wurde.

Burckhard Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Ruhrgas AG, die am russischen Energieriesen Gazprom beteiligt ist, sieht allerdings Reformbedarf im Energiesektor des Landes. Die Erlöse für den innerrussischen Energiekomsum betrügen nur einen Bruchteil der Exporteinnahmen, obwohl die verbrauchte Menge um ein Vielfaches größer sei. Die nötigen Investitionen, welche im dreistelligen Milliardenbereich lägen, seien mit dem heutigen russischen Banksystem kaum möglich.

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