Wirtschaft : Russland in der Gesetzlosigkeit

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Der Mord an Paul Klebnikow, Leiter der russischen Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Forbes“, zeigt, wie gesetzlos Russland ist. Der Staat dürfte dabei selbst Teil des Problems sein. Klebnikow, ein brillanter Journalist, schrieb auch für das „Wall Street Journal“: Die Verhaftung des reichsten russischen Geschäftsmannes Chodorkowsky sei ein Schlag gegen die „Kleptokratie“, die sich an Jelzins Privatisierungspolitik bereichert habe. Über den Oligarchen Berezowsky schrieb er das Buch „Der Pate des Kremls“. In Forbes druckte er eine Liste der 100 reichsten Wirtschaftsführer Russlands ab – und gab ihnen Aufmerksamkeit, die sie nicht wünschten. Klebnikow fürchtete mächtige Feinde nicht. MoskauKorrespondent David Satter schreibt, dass eine Elite von Gangstern, Firmenchefs und korrupten Beamten Russland regiert. Auch Präsident Putin hat etwas gegen unabhängigen Journalismus. Mehrmals übte der Geheimdienst FSB Druck auf die Presse aus, das Fernsehen hat Putin unter seine Kontrolle gebracht. Noch ist er international willkommen – Klebnikows Ermordung sollte das ändern: Die Regierungen freier Demokratien sollten Putin fragen, ob er Teil der Lösung oder Teil des Problems sein will.

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