Wirtschaft : Rußland plant Zölle auf Öl-und Gasexporte

MOSKAU (rtr).Die russische Regierung veranschlagt das Defizit im Nachtragshaushalt für das vierte Quartal einem Zeitungsbericht zufolge auf über 97 Mrd.Rubel.Im Haushaltsentwurf seien Einnahmen von rund 70 Mrd.Rubel und Ausgaben von über 167 Mrd.Rubel (rund 17 Mrd.DM) vorgesehen, berichtete die Zeitung "Kommersant" am Freitag.Der Großteil des Defizits solle über Kredite aus dem Ausland von rund 80 Mrd.Rubel finanziert werden.Rußland plane aber auch zeitlich begrenzte Zölle auf Öl- und Gasexporte sowie die Prägung von Münzen aus den Goldreserven der Zentralbank.Wegen der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise muß die russische Regierung einen Nachtragshaushalt aufstellen.Das Finanzministerium rechne für 1998 mit einer Verdopplung der jährlichen Inflationsrate auf 110 bis 130 Prozent und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von fünf bis sechs Prozent, berichtete die Zeitung.Das Ministerium unter der Führung von Michail Sadornow, der als liberaler Reformer gilt, wolle das Defizit mit einem "Minimum" an neugedruckten Rubeln finanzieren.

Neben ausländischen Krediten sollen der Zeitung zufolge vor allem Exportzölle von zehn Ecu (rund 20 DM) pro Tonne Öl und drei bis 3,5 Ecu pro 1000 Kubikmeter Erdgas die Haushaltslöcher stopfen.Die Regierung rechne mit 10,2 Mrd.Rubel an zusätzlichen Einnahmen durch die Abgaben.Die Verbrauchssteuer auf Öl von derzeit 55 Rubel pro Tonne solle aber nicht erhöht werden.Als weitere Maßnahme zur Finanzierung des Etatdefizits will Rußland bis zum Jahresende 20 Tonnen Gold zu Münzen prägen.

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