RWE-Aufsichtsrat : Fischer verzichtet überraschend auf sein Amt

Thomas Fischer zieht sich überraschend als Aufsichtsratsvorsitzender des Energiekonzerns RWE zurück.

EssenEr wolle das Amt bei der nächsten Sitzung des Kontrollgremiums zur Verfügung stellen, sagte der frühere WestLB-Chef auf der Hauptversammlung in Essen. Wann der Termin stattfindet, ist nicht bekannt. Allerdings wolle er dem Gremium weiter als einfaches Mitglied angehören. Fischer begründete seinen Schritt mit seiner persönlichen Lebensplanung.

Medienberichten zufolge hatte es zuletzt im Aufsichtsrat heftige Zerwürfnisse gegeben. Fischer, der seit 2004 an der Spitze des RWE-
Aufsichtsrats steht, war ursprünglich bis zum Jahr 2011 bestellt worden.

Aktionärsvertreter forderten in der Versammlung Aufklärung über die Vorgänge im Aufsichtsrat. Medienberichten zufolge hatte es zuletzt heftige Zerwürfnisse zwischen Aufsichtsrat und Vorstand gegeben. Vorstandschef Jürgen Großmann soll mehrfach mit Rücktritt gedroht haben, falls er für seine Vorschläge kein grünes Licht bekommen sollte. Großmann plant einen grundlegenden Umbau des Energiekonzerns, die auch Standortinteressen berühren. Er gilt wegen seines als bevormundend kritisierten Stils als umstritten.

Zuvor hatte Großmann eine optimistische Bilanz für den zweitgrößten deutschen Energiekonzern gezogen. Für das laufende Geschäftsjahr 2009 rechne er mit einem Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Im vergangenen Jahr hatte RWE ein Betriebsergebnis von 6,8 Milliarden Euro erwirtschaftet.(sp/dpa)

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