Wirtschaft : RWE: Blick über die Grenze

Der Essener RWE-Konzern hat nach der Fusion mit dem Reviernachbarn VEW nun vor allem Unternehmenskäufe außerhalb der deutschen Grenzen im Blick. "Wir setzen auf Wachstum, vor allem durch internationale Akquisitionen", sagte Konzernchef Dietmar Kuhnt am Donnerstag bei der letzten ordentlichen Hauptversammlung des Konzerns in Essen. Der auch nach der Fusion weiter unter dem Namen RWE AG operierende größte deutsche Energiekonzern werde künftig vor allem sein Kerngeschäft in den Bereichen Energie und Umwelt weiter ausbauen. Europaweit wolle RWE künftig einen der vorderen Plätze unter den Versorgern einnehmen, sagte Kuhnt.

Für das laufende Geschäftsjahr 2000/01 (30.6.) kündigte der Konzernchef trotz des dramatischen Preisrückgangs beim Strom ein Betriebsergebnis "mindestens in der Größenordnung des Vorjahres" an. Obwohl die Talsohle bei den Preisen bereits erreicht sei, seien durch bereits abgeschlossene Verträge auch im laufenden Jahr weitere Umsatzrückgänge beim Strom um etwa zehn Prozent zu erwarten. Als Folge des Zusammenschlusses mit VEW werde das Ergebnis jedoch um mehr als zehn Prozent über das Niveau der alten RWE AG steigen.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte RWE sein betriebliches Ergebnis vor allem durch die gute Entwicklung in den Bereichen Mineralöl und Chemie um 6,7 Prozent auf 605 Millionen Euro erhöhen können. Der Konzernumsatz stieg im gleichen Zeitraum um 25,6 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro (24,8 Milliarden Mark).

In den nächsten Tagen werde das neue Unternehmen ins Handelsregister eingetragen und die Fusion damit auch in rechtlicher Hinsicht besiegelt, sagte Kuhnt. Unmittelbar danach erfolge die Börsennotierung der neuen Gesellschaft. "Damit ist die Fusion mit VEW dann endgültig abgeschlossen."

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