Wirtschaft : RWE: Energiepreise werden steigen Drittgrößter Versorger macht weniger Gewinn

Essen - Nicht der Stillstand des Akws in Biblis, sondern sein schwächelndes Gasgeschäft hat Deutschlands zweitgrößtem Versorger RWE im ersten Quartal einen Gewinnrückgang eingetragen. Nach dem Rekordjahr 2010 sackte das Betriebsergebnis bis Ende März um mehr als fünf Prozent auf 2,83 Milliarden Euro ab. Teilweise habe Gas unter dem Bezugspreis verkauft werden müssen, sagte Finanzvorstand Rolf Pohlig am Donnerstag. Der RWE-Umsatz stieg immerhin um 3,2 Prozent auf 15,75 Milliarden Euro. Der Gaseinkauf hatte sich für RWE unter anderem wegen des gestiegenen Ölpreises deutlich verteuert. Der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt.

Als Folge des im Zuge der Japan-Krise verkündeten Akw-Moratoriums wurde auch der Stromeinkauf für RWE teurer. Der Konzern musste nach dem Herunterfahren von Biblis am Markt zukaufen. „Wir importieren jetzt während des Moratoriums vermehrt Strom aus Tschechien und Frankreich. Aus Kernenergie und Braunkohle. Wegen des Moratoriums“, hatte Konzernchef Jürgen Großmann in dieser Woche bei einem Auftritt in Hamburg gesagt. Wann die höheren Preise im Einkauf auf die Preise für die Verbraucher durchschlagen, lässt RWE noch offen. Langfristig wird aber mit Aufschlägen gerechnet.

Das Minus des ersten Quartals trifft den Energiekonzern RWE nicht unerwartet. Großmann hatte Einbußen schon im Februar angekündigt. Danach soll das betriebliche Ergebnis von RWE im Gesamtjahr um 20, der bereinigte Konzerngewinn gar um 30 Prozent zurückgehen. Der Stillstand von Biblis habe bis heute ein Minus von 150 bis 200 Millionen Euro verursacht, sagte Pohlig. Auf das erste Quartal entfällt davon ein zweistelliger Millionenbetrag. dpa

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