Wirtschaft : RWE entdeckt die Kunden

Neuer Konzernchef Harry Roels kündigt Konzernumbau an

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Essen (juf/HB). Der Energiekonzern RWE will bei der angekündigten Umstrukturierung einen Schwerpunkt auf Kundenservice legen. Die Vertriebsaktivitäten sollten besser koordiniert werden, sagte der neue Vorstandschef, Harry Roels, gestern auf der Hauptversammlung in Essen. Bislang werde ein Kunde teilweise von mehreren Töchtern und von unterschiedlichen Ansprechpartnern betreut. Zukünftig solle es nur einen Ansprechpartner geben. Roels will bis zum Sommer Vorschläge zum Umbau des Konzerns vorlegen. Bereits sein Vorgänger, Dietmar Kuhnt, hatte im letzten Herbst die Umstrukturierung in Angriff genommen. Das Vorpreschen kurz vor dem Führungswechsel hatte aber für Verstimmungen im Aufsichtsrat gesorgt. Die Pläne wurden bis zu Roels Amtsantritt am 1. Februar zurück gestellt. Die Fusion mit VEW im Jahr 2000 und die Ausrichtung auf die Geschäftsfelder Strom, Gas, Wasser und Umweltdienstleistungen unter Kuhnt hatten die Verwaltung aufgebläht. RWE verfügt derzeit über 13 Führungesellschaften. Roels deutete gestern erstmals öffentlich an, dass die Zahl reduziert werden soll.

Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem „gelungenen Einstand“. Auf Kritik stießen jedoch die Querelen vor dem Stabwechsel. Eine Vertreterin der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) äußerte Kritik an Aufsichtsratschef Friedel Neuber, gegen den derzeit im Zuge der BabcockInsolvenz ermittelt wird. Aufsichtsratsmitglieder müssten in solchen Fällen ihr Amt ruhen lassen. Die SdK verweigerte Neuber daher die Entlastung.

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