Wirtschaft : RWE erwartet steigende Strompreise

Versorgungskonzern verdient mehr / Erfolg im Ausland

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Düsseldorf (tas). Die ausländischen Tochterfirmen und ein steigender Energieverbrauch der Deutschen sorgen beim Versorgungskonzern RWE für höhere Gewinne. Wie RWEFinanzvorstand Klaus Sturany am Donnerstag mitteilte, werde der Betriebsgewinn 2003 um mindestens 15 Prozent höher ausfallen als 2002. Damit hat das Management seine Prognose leicht angehoben. Bereits nach neun Monaten erzielte RWE mit vier Milliarden Euro einen um 25 Prozent höheren Betriebsgewinn. Das Kerngeschäft mit den Feldern Strom, Gas, Wasser und Umwelt legte sogar um 33 Prozent zu.

Der Umsatz in den ersten drei Quartalen sank dagegen um knapp zehn Prozent auf 32 Milliarden Euro, weil sich der Energieversorger im vergangenen Jahr vom Tankstellen- und Raffineriegeschäft RWE Dea getrennt hatte. Die Zukäufe der letzten Zeit konnten das zwar nicht ausgleichen, sorgen aber dafür, dass RWE stärkere Bedeutung auf Auslandsmärkten bekommt. Mit dem britischen Energieversorger Innogy, dem US-Wasserversorger American Water Works und dem tschechischen Gasunternehmen Transgas erwirtschaftet RWE mittlerweile die Hälfte der Erlöse außerhalb Deutschlands.

Für weiteres Wachstum in der Gassparte soll nach Worten von Konzernchef Harry Roels auch die Einigung mit den kommunalen Aktionären sorgen. Für einen Barwert in Höhe von 900 Millionen Euro trennen sich die 46 kommunalen Aktionäre bis 2009 von ihren Aktien an RWE Gas. Die Sparte soll nun mit dem Stromgeschäft zusammengelegt werden. Roels verteidigte die als teuer kritisierte Einigung als notwendigen Schritt zur Kostensenkung. Neben einem einmaligen Einsparvolumen in Höhe von 300 Millionen Euro werde pro Jahr noch einmal ein Betrag in Höhe von 21 Millionen Euro frei.

Der Verkauf von Gas beschert den Essenern derzeit ein gutes Geschäft. RWE registriert bisher ein Mengenwachstum von sechs Prozent gegenüber 2002, was unter anderem mit der ungewöhnlichen Kälte zu Jahresbeginn begründet wurde. Auf der anderen Seite führte der heiße Sommer zu einem um zwei Prozent höheren Stromverbrauch, der auch die Preise klettern ließ.

Die Aussagen des Essener Energiekonzerns bestätigen auch die Daten des Statistischen Bundesamtes. Nach dessen Berechnungen war Strom im Oktober um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum teurer, Gas sogar um 7,2 Prozent. „Den größeren Teil der Strompreiserhöhung, nämlich über drei Prozent, genehmigt sich die Stromwirtschaft als Prämie für die erfolgreiche Besiegung des Stromwettbewerbs“, kritisierte Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. „Lediglich zwei Prozent sind durch die Erhöhung der Stromsteuer zu Jahresbeginn zu erklären.“ Damit kassiere die Stromwirtschaft von jedem Haushalt monatlich über einen Euro mehr als im Vorjahr. Auch für das kommende Jahr prognostiziert RWE weiter steigende Strompreise.

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