Wirtschaft : RWE spürt den starken Druck des Wettbewerbs und reagiert mit Beschäftigungsabbau

Mit einer erheblichen Reduzierung der Beschäftigtenzahlen und einem Kostensenkungsprogramm von rund 1,3 Milliarden Euro (2,5 Milliarden Mark) in den kommenden vier Jahren will der Energiekonzern RWE auf den schärferen Wettbewerb auf dem Strommarkt reagieren. RWE-Konzernchef Dietmar Kuhnt kündigte am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Essen "nicht unerhebliche" Reduzierungen unter den rund 155 000 Beschäftigten des Konzerns an. Betroffen davon sei auch die Führungsebene.

Das bis zum Geschäftsjahr 2003/2004 (30. Juni) bislang auf rund 460 Millionen Euro (rund 900 Millionen Mark) geplante Kostensenkungspaket sei vor dem Hintergrund erwarteter weiterer Preissenkungen auf dem Strommarkt um zusätzlich 870 Millionen Euro aufgestockt worden. Für das laufende Jahr sagte Remmel weitere Rückgänge beim Umsatz der RWE Energie von rund zehn Prozent voraus. Im zurückliegenden Geschäftsjahr war hier der Umsatz bereits um 2,3 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Im Geschäft mit weiterverteilenden Versorgunsunternehmen sei es bereits zu Preissenkungen von 30 Prozent gekommen.

Kuhnt unterstrich das Interesse des Essener Konzerns an einer Beteiligung an der Energie Baden-Württemberg (EnBW). "Das hat für uns strategische Bedeutung". Das Interesse an einem Engagement bei EnBW habe damit auch Vorrang vor einer möglichen Aufstockung der Anteile beim benachbarten Dortmunder Energiekonzern VEW AG. Allein für Unternehmenskäufe kündigte der RWE-Chef in den kommenden zehn Jahren ein Investitionsprogramm von 25 bis 30 Milliarden Euro an. "Wir haben sehr viel liquide Mittel", sagte Kuhnt. Es sei an keine Kapitalerhöhung gedacht.

Nachdem der RWE-Konzern sein Ergebnis im zurückliegenden Geschäftsjahr 1998/99 (30. Juni) um 15,1 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro steigern konnte, kündigte Kuhnt für das laufende Jahr ein Ergebnis "mindestens in Vorjahreshöhe" an. Der Konzernumsatz stieg 1998/99 um 2,4 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro. Für das zurückliegende Jahr sollen die Aktionäre eine von 0,92 Euro auf einen Euro erhöhte Dividende erhalten.

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