Wirtschaft : RWE und BP kooperieren: Offenbar gemeinsames Raffinerie- und Tankstellennetz geplant

Der Essener Energiekonzern RWE mit seiner Tochterfirma DEA und die britische BP-Gruppe planen offenbar, ihr Tankstellen- und Raffinerienetz in Deutschland zusammenzulegen. DEA und BP kommen auf bundesweit 2662 Stationen, berichtet das "Handelsblatt". Sie lägen damit deutlich vor der Konkurrenz und nur noch knapp hinter dem bisherigen Marktführer Aral mit seinen 2797 Tankstellen. Beide Unternehmen wollten den Bericht nicht kommentieren. Bei DEA hieß es, grundsätzlich könne eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen nie ausgeschlossen werden.

Laut "Handelsblatt" will der RWE-Aufsichtsrat die Schaffung des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit BP am Freitag absegnen. RWE betrachte das Tankstellen- und Raffineriegeschäft spätestens seit der Fusion mit dem Dortmunder Stromversorger VEW nicht mehr als Kerngeschäft und suche intensiv nach einem Partner. Zum Handeln zwinge der Preiskampf an den Tankstellen, den DEA im Frühjahr mit seiner in der Branche heftig kritisierten Bonuskarte für Benzinkunden selbst mit angeheizt hatte.

BP hat dem "Handelsblatt" zufolge in den vergangenen Jahren auf dem deutschen Markt kontinuierlich an Boden verloren. Im Raffineriegeschäft würden sich 19,4 Millionen Jahrestonnen Rohölverarbeitungskapazität bei RWE in den Raffinerien Wesseling, Karlsruhe, Heide und Schwedt mit vier Millionen Jahrestonnen ergänzen, die BP beim Raffinerieverbund Bayernoil verarbeiten lässt.

Eine DEA-Sprecherin betonte, das Unternehmen habe trotz der Klagen vieler Konkurrenten im Tankstellengeschäft derzeit eine "relativ gute Position auf dem deutschen Markt". Kooperationen mit Wettbewerbern in Teilbereichen hätten sich in der Vergangenheit als sinnvoll erwiesen. So arbeite RWE-DEA etwa im Schmierstoffbereich seit zwei Jahren mit dem Mannheimer Unternehmen Fuchs zusammen, das in diesem Bereich eine führende Stellung auf dem Weltmarkt einnimmt.

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