Wirtschaft : RWE und Eon ziehen auch ohne Fantasie

Corinna Visser

Nach ihrem Einbruch im September sind die Aktien der Versorgungsunternehmen RWE und Eon wieder auf dem Weg nach oben. In unsicheren Zeiten scheuen die Anleger die riskanteren Technologiewerte und investieren ihr Geld lieber in defensive Werte. Davon profitieren die Versorger. Und sie gehören zu den wenigen Unternehmen, die noch auf Expansionskurs sind - und das Geld dazu haben. In den vergangenen Monaten hat Eon in Großbritannien/USA, Schweden und auch in Deutschland zugekauft. Eon-Chef Ulrich Hartmann spricht von einem weiteren Finanzierungsspielraum für Unternehmenskäufe von 35 Milliarden bis 40 Milliarden Euro und davon, dass er zur Spitzengruppe der größten Energieversorger in den USA gehören möchte. Bei RWE lässt der Einstieg ins weltweite Wassergeschäft die Gewinne sprudeln. Im Energiebereich macht RWE dagegen jetzt eine schlechtere Figur als Eon. Bei RWE lag das Ergebnis lediglich auf Vorjahresniveau. Niedrige Strompreise als Folge der Liberalisierung der Strommärkte hatten den Versorgern anfangs hohe Verluste eingebracht. Dass sich die Preise nun stabilisiert haben, hat sich für beide Konzerne positiv ausgewirkt. Die belastenden Effekte aus den Umweltgesetzen wie etwa die Umsetzung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes konnte Eon besser verarbeiten als RWE. Doch viel Fantasie ist im Stromgeschäft nicht mehr drin. Wachstum kann nur durch weitere Zukäufe kommen. Doch in unsicheren Börsenzeiten sind Anleger gar nicht so erpicht auf allzu viel Fantasie.

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