Wirtschaft : RWE will Strompreise nicht erhöhen

Größter deutscher Energiekonzern will Haushalte nicht belasten / Preissenkungen für Großabnehmer

ESSEN (rtr).Der größte deutsche Stromkonzern RWE will seine Preise für Haushaltskunden in den nächsten Jahren stabil halten.Die Preise für sogenannte Tarifkunden seien seit 1985 nicht erhöht worden, und so wolle es die RWE nach Möglichkeit noch einige Jahre halten, sagte der Chef der Konzerntochter RWE Energie, Roland Farnung, am Mittwoch in Essen.Anders als im Haushaltsgeschäft sei der Wettbewerb um Industriekunden voll entbrannt.Großabnehmer könnten hier eher mit Preissenkungen rechnen.RWE Energie hat im Geschäftsjahr 1996/97 (30.Juni) weniger umgesetzt, aber mehr verdient.Durch Nachwirkung der jüngsten Preissenkung gingen die Umsätze um rund ein Prozent auf 21,1 Mrd.DM zurück.Durch Reduzierung des Personalaufwands und eine günstigere Deckung des Strombedarfs sei der Gewinn aber um rund zehn Prozent gestiegen, teilte Farnung mit. RWE sei auf eine nennenswerte Schmälerung seiner Erlöse aus dem Stromgeschäft eingestellt und wolle durch weitere Kostensenkungen gegensteuern, sagte Farnung.Nach dem Abbau von 5000 Stellen durch ein Programm zur Frühpensionierung seit 1993 wird an einen weiteren Stellenabbau gedacht.Im Gespräch sind ein Überstunden-Abbau mit Hilfe flexiblerer Arbeitszeiten und eine Kürzung von freiwillig gezahlten Sozialleistungen, wie etwa eine Reduzierung des Weihnachtsgeldes.Eingestellt werden sollen verstärkt junge Nachwuchskräfte.Im Konzernbereich Energie verringerte sich die Zahl der Beschäftigten binnen Jahresfrist um rund drei Prozent auf 33 190. Farnung kündigte einen weiteren Ausbau des Auslandsengagments an."RWE Energie will im europäischen Wettbewerb der führende private Energiedienstleister sein." Dazu würden auch in Deutschland effiziente Strukturen benötigt.In der Frage der umstrittenen Durchleitung von Importstrom durch die Netze der Versorger stehe die Stromwirtschaft vor einer Einigung mit der Industrie.Es gehe um eine freiwillige Vereinbarung mit dem Verband der Kraftwirtschaft und dem BDI, teilte Farnung mit.Die Einhaltung der Vereinbarung solle vom Bundeskartellamt überwacht werden.

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