Wirtschaft : RWE wird Objekt der Spekulanten Vorstand besorgt über auffälligen Aktienkurs

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Düsseldorf - Der Vorstand von RWE sorgt sich über den rasanten Anstieg des Aktienkurses. In den vergangenen Wochen sind die Notierungen selbst an schwachen Tagen bei hohen Umsätzen kräftig nach oben geschnellt – ein Indiz für gezielte Aufkäufe größerer Pakete. Die Führung des Energiekonzerns ist darüber so beunruhigt, dass sie die Kursbewegungen schon bei einer Vorstandssitzung thematisierte. Man vermute, dass sich Hedgefonds wegen der anhaltenden Übernahmespekulation in der Branche mit der Aktie eindeckten oder auf die Ausschüttung einer Sonderdividende hofften.

Allein am vergangenen Freitag legte der Titel um 3,3 Prozent auf 86,54 Euro zu – in einem ansonsten ausgesprochen schwachen Markt. Im Handelsverlauf war er zwischenzeitlich sogar auf das Allzeithoch von 88,60 Euro geklettert. Auch beim Volumen lag RWE mit einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro deutlich an der Spitze. „Es ist offensichtlich, dass sich aggressive Käufer mit RWE-Aktien eindecken“, sagte ein Händler. Seit Anfang November ist der Kurs um stolze zehn Euro gestiegen.

Im selben Zeitraum wurde am Markt mehrfach über mögliche Großinvestoren spekuliert – allen voran über den russischen Gasprom-Konzern. Der Konzern betont aber, dass er zurzeit keine konkreten Pläne beim größten deutschen Stromkonzern verfolgt und dementierte energisch, hinter den gegenwärtigen Aktienkäufen zu stecken. Ferner wird Dubai als potenzieller Aktionär gehandelt. Die Investmentgesellschaft des Golfemirats hat angekündigt, sich an deutschen Unternehmen beteiligen zu wollen.

Den Anlass für die Spekulationen hat RWE-Chef Harry Roels selbst geliefert. Durch den Verkauf der Wasser-Tochter Thames Water hat er die Kasse so sehr gefüllt, dass das Unternehmen nach Einschätzung der Analysten ein reizvolles Ziel für Investoren ist. juf/HB

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