Wirtschaft : RWE streicht mehr Jobs

Jetzt sollen sogar 10 400 Arbeitsplätze wegfallen.

Essen - Der unter dem Atomausstieg leidende Energiekonzern RWE will noch mehr Stellen streichen als bislang bekannt. Statt der ursprünglich geplanten 8000 sollen nun sogar 10 400 Arbeitsplätze eingespart werden, wie am Freitag aus Unternehmenskreisen verlautete. Der Stellenabbau soll aber sozialverträglich erfolgen.

RWE leidet zurzeit massiv unter den Folgen des Atomausstiegs, aber auch unter Problemen im Gasgeschäft. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte sich der Nettogewinn des Konzerns fast halbiert. Außerdem macht dem Konzern sein hoher Schuldenberg zu schaffen.

Der neue Konzernchef Peter Terium, der erst vor einigen Wochen Jürgen Großmann an der Konzernspitze ablöste, hat dem Konzern deshalb eine Schlankheitskur verordnet. Schon vor seinem Amtsantritt im Juli hatte er erklärt, der Konzern werde auf Dauer „mit weniger Mitarbeitern auskommen müssen“, und „harte Entscheidungen“ angekündigt. Doch bedeutet der Stellenabbau längst nicht in jedem Fall auch einen Jobverlust für die Betroffenen. Rund 3000 Beschäftigte sollen durch den Verkauf von Unternehmensteilen von der RWE-Gehaltsliste verschwinden. Immerhin will der Konzern durch den Verkauf von Firmenteilen rund sieben Milliarden Euro einnehmen. Weitere 1500 Stellen seien gar nicht besetzt, hieß es im Konzern. Über den verbleibenden Stellenabbau werde zurzeit mit dem Betriebsrat verhandelt. Der nun geplante zusätzliche Stellenabbau betreffe vor allem die Verwaltung und Querschnittsaufgaben, hieß es.

Mit seinem Sparkurs steht Terium nicht allein. Auch Deutschlands größter Energieversorger Eon treibt im Zuge des Effizienzsteigerungsprogramms „Eon 2.0“ den Abbau von Arbeitsplätzen weltweit voran: 11 000 von insgesamt 80 000 Jobs will Eon-Chef Johannes Teyssen streichen. dapd/dpa

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