Wirtschaft : Ryanair bestellt 175 Boeing

Billigfluglinie gibt 15,6 Milliarden Dollar aus Passagieraufkommen soll auf 100 Millionen steigen.

Katharina Slodczyk (HB)
Kriesengewinner.
Kriesengewinner.Foto: AFP

London - Gut zehn Jahre ist es inzwischen her, dass die irische Billigfluggesellschaft Ryanair mit Boeing den größten Rabatt ausgehandelt hat, den ein Flugzeugbauer bis dahin jemals vergeben hatte. Von 50 Prozent war damals in der Branche die Rede. Ein Geschäft mit ähnlichen Konditionen haben Ryanair und Boeing jetzt offenbar erneut vereinbart.

Europas größter Billigfluganbieter will 175 Boeing-Maschinen des Typs 737 bestellen, wie beide Unternehmen am Dienstag bekannt gaben. Aufgrund von Boeings Schwierigkeiten mit dem Prestigeflugzeug „Dreamliner“ habe sich jetzt eine günstige Gelegenheit geboten, hieß es bei Ryanair. Den genauen Rabatt wollte die irische Gesellschaft nicht nennen. Branchenkreisen zufolge liegt er wieder bei etwa 50 Prozent.

Boeings „Dreamliner“ muss wegen Batterieproblemen zurzeit am Boden bleiben. Hinzu kommt: Anfang dieser Woche ist Boeing bei einem Großauftrag aus Schwellenländern leer ausgegangen: Der indonesische Billigflieger Lion Air orderte 234 Flugzeuge bei dem Boeing-Konkurrenten Airbus.

Die Flugzeuge, die Ryanair will, haben einen Listenpreis von jeweils 89,1 Millionen Dollar. Die Bestellung hätte demnach ein Volumen von 15,6 Milliarden Dollar. Doch Branchenkreisen zufolge liegt der Preis, den Ryanair voraussichtlich pro Flugzeug zahlen wird, bei 40 bis 45 Millionen Dollar. Mit dieser Order werden die Iren ihre Flotte von 305 auf über 400 Maschinen ausbauen und einige alte Flugzeuge auswechseln. Nach Lieferung der Jets im Jahr 2018 will Ryanair 100 Millionen Passagiere jährlich befördern. Zuletzt waren es 76 Millionen.

Billigairlines wie Ryanair und Easyjet wachsen trotz Konjunkturschwäche und Euro-Krise, weil sie aufgrund ihrer niedrigeren Ticketpreise den etablierten Konkurrenten Marktanteile abnehmen.

Auch Easyjet erwägt daher den Ausbau seiner Flotte. Man werde sich aber nur dann dafür entscheiden, wenn die von Boeing oder Airbus angebotenen Konditionen zufriedenstellend ausfielen, sagte Easyjet-Chefin Carolyn McCall Anfang dieser Woche. Katharina Slodczyk (HB)

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