Wirtschaft : Ryanair plant niedrigere Ticketpreise

O’Leary, Chef der irischen Billigfluglinie, erwartet, dass viele Konkurrenten vom Markt verschwinden werden

Matthias Eberle/HB

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair will ihre Ticketpreise in den kommenden fünf Jahren um weitere fünf Prozent jährlich drücken. „Während viele Airlines die Preise erhöhen, weil sie ein Kostenproblem haben, werden wir unseren Durchschnittspreis von 49 Euro weiter senken“, sagte Ryanair- Chef Michael O’Leary im Gespräch mit dem Handelsblatt.

O’Leary geht davon aus, dass Ryanair in den kommenden zwei, drei Jahren auch innerdeutsche Verbindungen fliegen wird. Deutschen Billiganbietern wie Air Berlin, Germanwings, Deutsche BA oder Hapag- Lloyd-Express gibt er wenig Chancen. „Keiner dieser Möchtegern-Billigflieger wird in seiner jetzigen Form die nächsten fünf Jahre überleben: Entweder sie gehen pleite oder sie werden verkauft, weil sie alle nur Verluste machen“, sagte O’Leary. „Viele Fluggesellschaften werden vom Markt verschwinden, oder sie landen bei Lufthansa, British Airways und Air France.“

Ryanair erwartet für das Geschäftsjahr 2002/03 einen Nettogewinn in Höhe von 235 Millionen Euro und ist mit einer Marktkapitalisierung von 5,2 Milliarden Euro die am höchsten bewertete Fluggesellschaft in Europa. Von der gegenwärtigen Krise in der Luftfahrtbranche spürt Ryanair nach eigenen Angaben nichts. „Nein, es läuft bestens“, sagte O’Leary. Ryanair sei im ersten Quartal 40 Prozent gewachsen und werde nach der Übernahme des niederländischen Konkurrenten Buzz im Mai auf ein Passagierwachstum von 55 Prozent kommen. Die Krise der Luftfahrt bringe die großen Strukturprobleme vieler Airlines ans Licht, sagte O’Leary. „Die Branche muss sich endlich restrukturieren. Lufthansa etwa hat zu hohe Kosten und viel zu viel Personal.“

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