Wirtschaft : Ryanair zieht Air Berlin nach unten

Berlin - Air-Berlin-Aktien sind nach überraschend schlechten Zahlen des Konkurrenten Ryanair unter Druck geraten. Die irische Fluggesellschaft warnte am Montag vor einem möglichen Gewinneinbruch im nächsten Geschäftsjahr. Der Gewinn könne im kommenden Jahr um rund 50 Prozent zurückgehen, teilte Europas größter Billigflieger bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal in London mit. Sorgen vor einer Rezession in Europa trübten den Ausblick. Ryanair gehe zudem weitgehend unabgesichert gegen Treibstoffrisiken ins neue Jahr, erklärte Unternehmenschef Michael O’Leary.

Von Oktober bis Dezember sank der Reingewinn im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel auf 35 Millionen Euro. Hauptgrund seien die um fünf Prozent gefallenen Durchschnittspreise je Flugticket in den Wintermonaten, hieß es. Die Passagierzahlen seien in dieser Zeit dagegen um 21 Prozent auf 12,4 Millionen nach oben gegangen. Für das laufende Geschäftsjahr geht das Unternehmen zwar weiter von einem Gewinn von 470 Millionen Euro und damit von einem Plus von 17,5 Prozent aus.

Darüber hinaus zeigte sich Ryanair jedoch skeptisch. „Die europäische Flugbranche befindet sich derzeit in einer typischen Abschwungphase, mit der Gefahr eines ,wahren Sturms’ aus höheren Ölpreisen, sinkendem Konsum, einem schwächeren britischen Pfund und höheren Kosten“, sagte O’Leary. Im besten Fall ist demnach mit einem sechsprozentigen Zuwachs auf rund 500 Millionen Euro zu rechnen, konservative Berechnungen gingen allerdings von einem Gewinnrückgang um bis zu 50 Prozent aus.

Die enttäuschende Zwischenbilanz ließ nicht nur Ryanair-Aktien zeitweise um fast zwölf Prozent einbrechen. Auch Papiere von Air Berlin gaben 2,5 Prozent auf 11,27 Euro nach. jul

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben