Wirtschaft : Saab fährt noch größeres Minus ein

Großaktionär macht Druck auf Mutterkonzern GM

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Frankfurt am Main - Der schwedische Autohersteller Saab ist im vergangenen Jahr weiter in die Verlustzone gerutscht, hieß es am Montag aus Unternehmenskreisen. Trotz der eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen habe die Tochtergesellschaft des US-Autokonzerns General Motors (GM) ein Minus von rund 300 Millionen Dollar eingefahren – nach 200 Millionen Dollar im Vorjahr. GM-Europachef Carl-Peter Forster gerät damit unter Druck, denn GM-Großaktionär Kirk Kerkorian hatte gefordert, dass der Autokonzern sich von seiner Tochter Saab trennt.

Das aber lehnt Forster ab und will die Marke Saab in den kommenden Jahren mit neuen Baureihen in die Gewinnzone bringen. Allerdings gibt es auch im GM-Führungszirkel einige Manager, die Saab los werden wollen. Zumal General Motors selbst in der Krise steckt und Milliardenverluste macht. Im laufenden Jahr will der Konzern daher seine Kosten weiter senken. Bereits Ende 2005 hatte GM angekündigt, 30 000 Stellen zu streichen und mehrere Werke in den USA zu schließen. In Europa hatte GM im Jahr 2004 eine drastische Sanierung bei Saab und Opel eingeleitet und allein in Deutschland 9000 Stellen abgebaut. Dabei wurde auch über ein Ende des Engagements bei den Schweden beraten. Doch dann entschied man sich für ein Rettungspaket mit Milliardeninvestitionen. „GM steht voll zu seiner Tochter Saab und deren weiteren Entwicklung in der Zukunft“, sagte ein GM-Sprecher. Der US-Konzern wird am 26. Januar die Geschäftsziffern für das Europageschäft vorlegen, ohne jedoch nach einzelnen Marken zu differenzieren. Die Verluste von Saab werden GM in Europa 2005 aber erneut in die roten Zahlen drücken. Der Jahresverlust werde sich um 350 Millionen Dollar bewegen, heißt es. hz (HB)

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