Wirtschaft : Sachsenring vor Insolvenz

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Frankfurt (Main) (rtr). Der Zwickauer Automobilzulieferer Sachsenring wird nach Informationen aus Bankenkreisen wohl am Freitag einen Insolvenzantrag stellen. „Sachsenring wird aller Voraussicht nach am Freitag Insolvenz anmelden“, hieß es am Mittwoch aus den Kreisen. Die Poolbanken Commerzbank und Dresdner Bank hätten sich bei den Gesprächen am Dienstag gegen die notwendige Zwischenfinanzierung in Höhe von 34 Millionen Euro ausgesprochen, da sie das Rettungskonzept des Unternehmens für nicht tragfähig hielten, hieß es weiter.

Damit der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten bleibe, seien die Banken bereit, nach dem Insolvenzantrag einen Massekredit in Höhe von fünf Millionen Euro bereit zu stellen, erläuterte ein Verhandlungsteilnehmer.

Das Zwickauer Unternehmen ist bei den Banken mit rund 90 Millionen Euro verschuldet. Außerdem gibt es Bürgschaften in Höhe von gut 31 Millionen Euro, die zu 60 Prozent vom Bund und 40 Prozent vom Freistaat Sachsen kommen. Die Banken, das sächsische Wirtschaftsministerium und das Unternehmen selbst wollten sich zu der bevorstehenden Insolvenz zunächst nicht äußern.

Ein Sprecher der Wirtschaftsministeriums stellte lediglich klar, das für Donnerstagabend anberaumte Treffen mit Banken und Landtagsabgeordneten diene lediglich dem informellen Informationsaustausch. „Es geht darum, die Situation vor allem den Abgeordneten aus der Region klar zu machen." Nach Angaben aus Verhandlungskreisen wird Sachsenring-Vorstandssprecher Ulf Rittinghaus seinen Hut nehmen. Die Insolvenz wird bereits von Finanzvorstand Konrad Laurer vorbereitet,“ hieß es.

Unterdessen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) Voruntersuchungen wegen möglichen Insiderhandels aufgenommen. „Es ist eine routinemäßige Voruntersuchung, die wir immer beginnen, wenn Insolvenzen oder Übernahmen im Raum stehen“, sagte eine Sprecherin.

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