Sachverständigenrat : Wirtschaftsweise erwarten Rezession

Düsterer Ausblick: Die fünf Wirtschaftsweisen erwarten für Deutschland im kommenden Jahr eine Rezession - mit Folgen für Wachstum und Arbeitsmarkt. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung zur Stützung der Konjunktur halten sie für unzureichend.

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Schlechte Aussichten für Deutschlands Konjunktur. -Foto: AFP

BerlinDie Wirtschaftsweisen sehen Deutschland im kommenden Jahr in die Rezession gleiten. Sie fordern daher umgehend milliardenschwere Investitionen der öffentlichen Haushalte. "Es müssen deutliche Impulse zu einer Stärkung der internen Wachstumskräfte und der Binnennachfrage gesetzt werden", heißt es im Jahresgutachten 2008/2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR).

Der Sachverständigenrat fordert in dem Gutachten mit dem Titel "Die Finanzkrise meistern - Wachstumskräfte stärken" öffentliche Milliardeninvestitionen vor allem in die Verkehrsinfrastruktur. Hierfür sei auch eine Finanzierung durch höhere Defizite vertretbar. Die öffentlichen Investitionen seien in den vergangenen Jahren wegen der Konsolidierung der öffentlichen Kassen extrem stark zurückgefahren worden.

Wirtschaftsweise kritisieren Bundesregierung

Die bisher von der Bundesregierung diskutierten Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur reichen den fünf Wirtschaftsweisen offenbar bei weitem nicht aus. Sie seien vielmehr "Ausdruck eines zum Teil industriepolitisch motivierten Aktionismus, der zumindest zu wachstumspolitisch verfehlten Entscheidungen führen könnte", warnten die Experten. Die zu beschließenden Maßnahmen sollten mindestens in einer Größenordnung von 0,5 bis 1,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen. Zudem forderten die Forscher mehr Ausgaben im Bildungsbereich.

Das Wirtschaftswachstum sehen die Forscher 2009 bei 0,0 Prozent nach 1,7 Prozent in diesem und 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Die Arbeitslosigkeit werde 2009 wieder zunehmen. Die Quote werde im Jahresschnitt von 7,8 Prozent in diesem Jahr auf 7,9 Prozent steigen. Die Zahl der Arbeitslosen werde damit im Jahresdurchschnitt auf 3,30 Millionen nach 3,27 Millionen in diesem Jahr klettern. Die Inflationsrate sehen die Experten hingegen 2009 bei 2,1 Prozent nach 2,8 Prozent in diesem Jahr. (ck/ddp)

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