Wirtschaft : Salamander baut Rußland-Geschäft aus

MOSKAU/KORNWESTHEIM .Der deutsche Schuhhersteller Salamander, Kornwestheim/Ludwigsburg, will seine Position in Rußland weiter ausbauen.Jährlich sollen dort rund eine Million Paar Schuhe aus europäischer Produktion verkauft werden, teilte das Unternehmen am Montag bei der Eröffnung des zweiten eigenen Geschäftes in Moskau mit.Salamander habe bereits Anteile von 45 Prozent an der Schuhfabrik Belwest in Witebsk (Weißrußland).In dem Gemeinschaftsunternehmen, das einen Umsatz von rund 79,9 Mill.DM erwirtschaftet, werden etwa zwei Millionen Paar Schuhe im Jahr gefertigt.Zudem hält Salamander 100 Prozent der Anteile an der Fabrik Rjasanwest südlich von Moskau.Dort werden für den deutschen Schuhhersteller bei einem Umsatz von 29,5 Mill.DM jährlich etwa 840 000 Paar Damenschuhe und Kinderstiefel produziert.

Angst vor wirtschaftlichen Problemen aufgrund der Rußlandkrise hat Salamander nach eigener Einschätzung nicht."In einem Umfeld von 230 selbstgeführten Geschäften in Europa können wir uns eine Investition in Rußland erlauben - in einer Zeit, in der sich viele Konkurrenten zurückziehen", sagte der für die Schuhsparte zuständige Vorstand Daniel Reinhard.

Im Dezember 1996 hatte sich die Salamander AG nach Verlusten aus dem Joint Venture Lenwest zurückgezogen.Die Produktionsanlagen in der Schuhfabrik in St.Petersburg, die noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs gegründet worden war, konnten zuletzt nur noch zu etwa zehn Prozent ausgelastet werden.

Der Konzernumsatz von Salamander wuchs im ersten Halbjahr 1998 um 12,6 Prozent auf 757 Mill.DM.Vor Ertragssteuern betrug das Ergebnis im ersten Halbjahr 9,2 (9,3) Mill.DM.Für 1998 erwartet das schwäbische Unternehmen einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 1,56 Mrd.DM (plus sechs Prozent) und einen Jahresüberschuß vor Ertragssteuern "in der Größenordnung von 1997." Nach einem Verlust von 22 Mill.DM in 1996 hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gewinn von 15,9 Mill.DM erzielt.

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