Wirtschaft : Salamander: Schuh-Hersteller mausert sich zum Dienstleister - Sanierung zeigt Erfolg

Der Schuh-Hersteller Salamander setzt immer stärker auf die Sparte Dienstleistungen. Nach der Übernahme des Parkhausbetreibers Apcoa Parking AG, Stuttgart, soll mit Dienstleistungen in diesem Jahr bereits ein Umsatz von rund 1,2 Milliarden Mark erzielt werden, sagte Wolfgang Müller, einer der beiden Vorstandssprecher der Salamander AG, am Mittwoch in Kornwestheim auf der Bilanzpressekonferenz. Dies ist weit mehr als der Umsatz mit dem traditionellen Schuhgeschäft. Allein die bisherige Sparte Dienstleistungen mit der "Ertragsperle" DIW, die Industrieanlagen wartet und in Stand setzt, konnte 1999 den Umsatz um 101,1 Millionen auf 590,6 Millionen Mark steigern.

Insgesamt erwartet Salamander im Jahr 2000 einen Umsatz von über zwei Milliarden Mark. Im vergangenen Jahr war der Umsatz um ein Prozent auf 1,57 Milliarden Mark gewachsen. Der Markenbereich Schuhe hatte dabei 500,8 Millionen Mark umgesetzt. Das Betriebsergebnis in dieser Sparte lag noch im Minus, verbesserte sich gegenüber 1998 mit minus 7,2 Millionen aber um 20,5 Millionen Mark. "Salamander hat sich aus der Talsohle herausgearbeitet", sagte Vorstandssprecher Daniel Reinhard dazu. Der Überschuss im Konzern stieg um zwei Millionen auf 17,6 Millionen Mark. Die Dividende je Stückaktie soll unverändert 0,50 Mark betragen. Müller kündigte an, dass auch in diesem Jahr die bisherige Dividendenhöhe fortgeführt werden solle.

Salamander hat in den vergangenen Jahren ein großes Umstrukturierungsprogramm hinter sich gebracht, nachdem das Unternehmen 1994 noch als Sanierungsfall galt. Die Unternehmensgruppe ist nun in die vier Sparten Markenbereich Schuhe, Einzelhandel Schuhe, Dienstleistungen und Industrieprodukte untergliedert. Zusammen mit dem neuen Mehrheitsaktionär, dem Stromkonzern Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), setze man jetzt weiter auf Wachstum und Ertragssteigerung. EnBW besitzt inzwischen rund 95 Prozent der Salamander-Anteile.

Ob die Zusammenarbeit mit EnBW (Strommarke "Yello") über die Nutzung des Namens "Yello" für die neue Schuh-Linie "Yello Miles" hinausgehen wird, solle im Einzelfall geprüft werden. Salamander mit seinen 250 eigenen Läden werde aber nicht mit Gewalt zum Stromverkäufer gemacht, sondern solle vorrangig Schuhe und Life Style verkaufen, sagte Reinhard. "Yello Miles" soll als Trendschuh-Marke die Lizenzmarke Camel Boots ersetzen. Die Lizenzfertigung läuft Ende diesen Jahres aus. Salamander hatte damit jährlich rund 180 Millionen Mark Umsatz erzielt.

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