Wirtschaft : Salzgitter AG: Stahlhersteller bricht in neue Dimension auf

Salzgitter will weiter wachsen und die Weltmarktführerschaft bei Großrohren ausbauen. Für das Geschäftsjahr 2001 strebt der Stahlhersteller einen Konzernumsatz von 4,5 Milliarden Euro (rund 8,8 Milliarden Mark) an, sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Leese am Dienstag in Salzgitter. Im Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) waren es 3,3 Milliarden Euro gewesen, noch ohne die übernommene Mannesmannröhren-Werke AG (MRW), Mülheim. Der Gewinn vor Steuern (Ebit) betrug 110 Millionen Euro (1998/99: 37 Millionen Euro). Für das abgelaufene Geschäftsjahr und das vierte Quartal 2000 als Rumpfgeschäftsjahr will die Salzgitter AG insgesamt 0,55 Euro Dividende zahlen. Leese bezeichnete die Ziele für die kommenden Jahre mit den Schlagwörtern "Wachstum, Profitabilität und Eigenständigkeit". Nur mit diesem "Aufbruch in eine neue Dimension" lasse sich die Rolle als potenzieller "Übernahmekandidat" abschütteln. Dafür sollen weitere Übernahmen und Allianzen sorgen. Salzgitter verhandelt bereits seit Monaten über eine Übernahme der Dillinger Hütte im Saarland. "Wir sind uns mit dem Dillinger-Vorstand einig über vorhandene Synergiepotenziale." Anfang März werde es weitere Gespräche geben.

Das Kerngeschäft von Salzgitter sollen die Röhren bleiben, dazu habe die Übernahme der MRW einen entscheidenden Beitrag geleistet. MRW werde den konsolidierten Jahresumsatz im Konzern um eine Milliarde Euro wachsen lassen. MRW werde 2001 nach Verlusten in den Vorjahren schwarze Zahlen schreiben.

Im Geschäftsjahr 1999/2000 stellte die Salzgitter AG rund 5,1 Millionen Tonnen Stahl her, so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr. Dabei habe das Werk Salzgitter mit 4,1 Millionen Tonnen an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Die Stahlerzeugung habe einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 57 Millionen Euro erzielt. Für das laufende Jahr erwartet Leese "Korrekturen bei den Stahlpreisen", so dass mit "spürbaren Ergebniskorrekturen gerechnet werden" müsse. Dagegen werde sich das Röhrengeschäft "deutlich positiv" entwickeln". Leese kündigte an, dass die Salzgitter AG mit 13 000 Beschäftigten eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von zwölf Prozent anstrebe.

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