SAMENSPENDE : Kinder sollen erfahren können, wer ihr leiblicher Vater ist

Nicht das Sorgerecht, sondern das Erb- und Unterhaltsrecht stehen im Mittelpunkt der Diskussion um die Samenspende. Das Oberlandesgericht Hamm hat Anfang Februar klargestellt, dass Spenderkinder einen Anspruch darauf haben zu erfahren, wer ihr Vater ist. Ein Wissen, dass Folgen haben könnte, denn es hätte bei der „künstlichen Zeugung klar sein müssen, dass jedenfalls das gezeugte Kind die gesetzliche Vaterschaft zu einem späteren Zeitpunkt würde anfechten können“, urteilten die Richter. Und dann würde es „ein Recht auf Feststellung der Vaterschaft des Samenspenders mit allen sich daraus ergebenden rechtlichen Konsequenzen haben“. Grundsätzlich gilt der Ehepartner der Mutter als Vater des Kindes. Die Lage für Spender hatte sich zwar etwas verbessert, nachdem vor rund zehn Jahren dessen Anfechtungsrecht ausgeschlossen wurde, um Ansprüche der Kinder zu sichern. Und verbleibenden juristischen Risiken begegnen die Samenbanken oft, indem Verträge abgeschlossen werden, denen zufolge die künftigen Eltern für spätere Forderungen gegen den Spender haften. Die eigenen Rechte der Kinder aber können nicht so einfach verkürzt werden. Der Weg zu Unterhaltsansprüchen gegen den leiblichen Vater ist zwar schwierig, weil er über die Anfechtung des gesetzlichen Vaters führt, ist aber theoretisch gangbar. Ebenso könnten die Kinder Erbansprüche geltend machen, wenn sie wissen, wer ihr Erzeuger ist. Die Samenspende ist durch das Urteil aus Hamm nicht unmöglich geworden, doch wird den Beteiligten klar geworden sein, dass es Pflichten nach sich zieht, wenn Kinder in die Welt gesetzt werden – denn diese haben eigene Rechte, über die ihre Eltern, ob leiblich oder nicht, nicht einfach verfügen können. Die Situation für Spender könnte besser sein, denn mehr Kinder werden in Deutschland ja gewollt. Doch ein Thema, um sich politisch zu profilieren, scheint es nicht zu sein. neu

0 Kommentare

Neuester Kommentar