Wirtschaft : Sammelklage gegenTelekom Vergleich könnte hohen Millionenbetrag kosten

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Bonn (dpa). Die Deutsche Telekom hat gelassen auf eine mögliche Sammelklage von mehreren tausend Aktionären in den USA reagiert. Ein New Yorker Bundesgericht hat den Anteilseignern den Status von Sammelklägern eingeräumt, die dem deutschen Unternehmen im Zusammenhang mit der Wertberichtigung bei Immobilien einen unvollständigen Börsenprospekt vorwerfen. „Wir bestreiten weiterhin energisch den Vorwurf, im Rahmen des dritten Börsengangs im Jahr 2000 unrichtige oder unzureichende Angaben gemacht zu haben“, sagte ein TelekomSprecher auf Anfrage. Die „Financial Times Deutschland (FTD) zitierte dagegen den Zivilrechts-Experten Joachim Zekoll von der Universität Frankfurt mit den Worten: „Damit entsteht für die Telekom ein enormer Druck, einen Vergleich zu schließen.“

Nach dem Gerichtsentscheid dürfte die im vergangenen Jahr für tausende US-Anleger eingereichte Schadenersatzklage in nur einem Verfahren entschieden werden. Dabei werde die New Yorker Anwaltskanzlei Milberg Weiss Bershad&Lerach stellvertretend für alle amerikanischen Telekom-Aktionäre als Kläger auftreten, schreibt die Zeitung.

Bei einer Sammelklage können sich alle betroffenen Anleger dem führenden Kläger anschließen. Nach Aussage von Andreas Tilp von der Kanzlei Tilp& Kälberer enden rund 85 Prozent aller Sammelklagen mit einem Vergleich. Tilp vermutet laut FTD, dass die Telekom dabei einen „dreistelligen Millionenbetrag“ zahlen müsste. Tilp vertritt deutsche Anleger vor dem Landgericht Frankfurt. Sie werfen der Telekom Falschaussagen im Emissionsprospekt vor. Die Verhandlungen sollen noch in diesem Jahr beginnen.

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