Samsung-Deutschland-Manager Wienands : „Bei Smartphones brummt es immer noch“

Samsung ist Weltmarktführer bei Smartphones. Doch die Billigkonkurrenz macht dem Hersteller zu schaffen. In Deutschland sieht es besser aus, sagt Deutschland-Manager Hans Wienands im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

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Hans Wienands ist seit Mai 2005 für Samsung Electronics tätig. Der Manager verantwortet das operative Geschäft des südkoreanischen Konzerns in Deutschland.
Hans Wienands ist seit Mai 2005 für Samsung Electronics tätig. Der Manager verantwortet das operative Geschäft des südkoreanischen...Foto: Mike Wolff

Vor einer Woche warnte der südkoreanische Konzern Samsung, dass der Gewinn im zweiten Quartal wahrscheinlich um fast ein Viertel geschrumpft ist. In Deutschland laufen die Geschäfte dagegen besser. „Wir sind ausgesprochen zufrieden“, sagte Deutschland-Manager Hans Wienands im Gespräch mit dem Tagesspiegel. „Wir haben unseren Marktanteil in der Unterhaltungselektronik noch einmal deutlich ausgebaut. Hier haben wir knapp vier Prozent auf mehr als 30 Prozent zugelegt.“

In Deutschland hat Samsung bei Smartphones mehr als 40 Prozent Marktanteil

Samsung leidet insbesondere bei Smartphones unter der Billigkonkurrenz aus Asien. Deutschland sei zwar auch ein preisaggressiver Markt, sagte Wienands. Aber insgesamt bewege sich der deutsche Markt auf einem deutlich höheren Preisniveau. „Bei Smartphones brummt es immer noch“, sagte Wienands. In einem Markt, in dem der Hersteller deutlich über 40 Prozent Marktanteil habe, sei es zwar schwierig, noch einen drauf zulegen. „Aber wir sind mit der Einführung unseres Spitzenmodells S5 sehr zufrieden“, erklärte der Manager.

Die WM hat den Verkauf von Fernsehern angekurbelt

Zudem habe die Fußball-Weltmeisterschaft auch den Verkauf von Fernsehern bei Samsung angeschoben. „Wir haben vor der WM eine große Nachfrage nach den neuen UHD-Geräten gespürt“, sagte Wienands. UHD-Fernseher lösen die Bilder viermal so fein auf wie HD-Geräte. „Bildqualität und Größe spielen für die Kunden eine große Rolle“, sagte Wienands. „Wir sehen, dass sie in der Tendenz höherwertig kaufen.“ Für 1500 bis 3500 Euro – je nach Größe – bekomme man einen Fernseher, der mit der besten und neuesten Technik ausgestattet sei. „Wir gehen – wie auch die Branche – davon aus, dass die neuen UHD-Geräte rund drei Prozent des Gesamtmarktes ausmachen, dieser Anteil bei Samsung aber deutlich größer ausfallen wird“, sagte der Manager.

Samsung wird wieder größter Aussteller auf der Ifa sein

Auch bei Hausgeräten, wo der deutsche Markt von Januar bis Mai um vier Prozent gewachsen sei, habe Samsung stärker zugelegt. „Wir haben die Marke Samsung als Qualitätsmarke platziert und Anfang des Jahres noch einmal innovative Produkte vorgestellt“, sagte Wienands. Dazu gehört unter anderem eine Waschmaschine für 2000 Euro, die sich per Smartphone steuern lässt und ein Geschirrspüler mit neuartiger Spültechnik.
Im September wird Samsung wieder größter Aussteller auf der Ifa sein. Was dort gezeigt wird, will Wienands aber noch nicht verraten.

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