Wirtschaft : Samsung drängt auf den europäischen Telekom-Markt

SEOUL (ga/HB).Südkoreas führender Elektronikkonzern, Samsung Electronics Co., Ltd., Seoul, will den Export von Informations- und Kommunikationstechnik nach Europa ausweiten.Daneben sollen der Verkauf von Konsumgüterelektronik forciert und zur Verbesserung der Finanzlage verstärkt Auftragsproduktionen für europäische Hersteller übernommen werden.Dies sagen Park Hee-Joon, Präsident des Elektronikkonzerns mit Zuständigkeit für die Telekommunikationstechnik, und Chang Il-Hyung, Vize-Präsident, dem Handelsblatt.

Im Unternehmensbereich Informations- und Kommunikationstechnik wurde 1997 wegen der starken Nachfragesteigerung im Inland eine Umsatzsteigerung auf 3,5 Mrd.Dollar erzielt.Angesichts der jetzt in Korea erreichten Marktsättigung, wo bislang 84 Prozent der Erlöse erwirtschaftet wurden, sollen nun die Märkte in Amerika, Europa und China mit Fernmelde-Systemen und Endgeräten für die mobile und stationäre Kommunikation erschlossen werden.Hierbei komme es aber, so Chang, entscheidend darauf an, den Abnehmern längerfristige Finanzierungen zu bieten, was aufgrund der aktuellen Unternehmenslage Schwierigkeiten bereite.Daneben müsse in Europa ein Distributionssystem aufgebaut werden.Eine weitere Schwierigkeit sieht Park in der Anti-Dumping-Klage europäischer Konkurrenten gegen die von Samsung aus China nach Europa exportierten Faxgeräte.

Bei Druckern, Mobil- und Tastentelefonen seien allerdings in diesem Jahr in Europa bereits Marktanteilsgewinne erreicht worden.Die Won-Abwertung habe die Wettbewerbsfähigkeit verbessert, somit gibt es nach Angaben von Park künftig Chancen auf dem europäischen Markt bei Systemen für die mobile Kommunikation und Vermittlungstechnik.Angesichts der gegenwärtigen finanziellen Beschränkungen für die weltweite Investitionstätigkeit, aber auch zur Komplementierung von Bereichen, in denen ein Knowhow-Rückstand bestehe, sei Samsung jetzt bei Einbringung seines Potentials in der mobilen Telekommunikation und beim Netzbetrieb stark an einer strategischen Allianz mit einem nicht-koreanischen Anbieter von Telekomtechnik interessiert, sagt Park.Geschäftsziel im laufenden Jahr ist es, den Umsatz in dieser Sparte massiv auf 4,6 Mrd.Dollar zu steigern, wobei der Export auf gut zwei Mrd.Dollar vervierfacht werden soll.

Zur Ausweitung des Europa-Geschäfts in den traditionellen Produktbereichen kündigt Chang für die zweite Jahreshälfte eine Intensivierung der Exporte bei Konsumgüterelektronik und elektrischen Hausgeräten an, wobei in der Vertriebsorganisation zur Verbesserung des Cash-flows eine Reduzierung der Lagerhaltung um ein Drittel und der Zahlungsfristen auf weniger als zwei Wochen angestrebt werde.Schließlich würden jetzt abweichend von den bisherigen Grundsätzen zur Verbesserung der Liquidtätslage "aggressiv" Aufträge für Produktionen unter fremden Marken (OEM) akquiriert.Chang: "Wir müssen alles unternehmen, um Deviseneinnahmen zu erzielen." Bei den Auftraggebern handele es sich überwiegend um US-amerikanische und europäische, weniger um japanische Hersteller.

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