Samsung Roadshow : Was Handynutzer wirklich wollen

Die meisten Menschen mögen ihre Geräte so, wie sie sind. Neuigkeiten zu entwickeln sei daher schwer, verrät Samsung-Manager Luke Mansfield.

von
Samsungs Spitzenprodukt: das Smartphone Galaxy S5
Samsungs Spitzenprodukt: das Smartphone Galaxy S5

Früher hat Luke Mansfield Kunden befragt: „Was gefällt Ihnen nicht an Ihrem Smartphone, was würden Sie ändern?“ Die häufigste Antwort war: „Nichts.“ Also verzichtet Samsung bei der Produktentwicklung inzwischen weitgehend auf Befragungen und experimentiert lieber. „Wir gehen zu den Kunden nach Hause und verändern ihr Leben“, sagt Mansfield. Zum Beispiel nimmt er ihnen das Smartphone weg um herauszufinden, ob und wenn ja durch welche Geräte sie es ersetzen.

Luke Mansfield leitet für Samsung die Produktinnovation in Europa.
Luke Mansfield leitet für Samsung die Produktinnovation in Europa.Foto: Samsung

Luke Mansfield ist Jahre 37 Jahre alt und leitet für Samsung die Produktinnovation in Europa. Neben dem Zentrum in London hat der südkoreanische Konzern noch sechs weitere Innovationszentren außerhalb des Heimatlandes – von den USA bis Ozeanien. Weltweit arbeiten 64 000 Menschen in Forschung, Entwicklung und Design für Samsung. Aktuell zeigt der Elektronikkonzern in Berlin auf einer Hausmesse seine neusten Produkte: vom gebogenen Flachbildfernseher über Smartphones und Tablets bis zur Waschmaschine mit LCD-Display.

3123 Produktideen aus London

Mansfields zwölfköpfiges Team gibt es seit 2010. Zusammengenommen haben seine Leute schon fünf Jahre in europäischen Haushalten verbracht. 3123 Produktideen sind dabei herausgekommen und die Erkenntnis, dass in Europa die Spanier besonders neugierig und aufgeschlossen gegenüber neuer Technik sind.

Mansfield selbst arbeitet seit zehn Jahren am Thema Innovation und daran, wie man es schafft, immer wieder mit frischen Blick auf die Dinge zu schauen, neue Entwicklungen wahrzunehmen und die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen. Innovation sei, alles zu verändern was man weiß und was man tut, sagt er. Um die Radikalität seines Tuns zu beschreiben zeigt er das Bild eines Schützen, der auf einen Mann mit schusssicherer Weste zielt. „Die Frage ist, wie zuversichtlich Sie sind, wenn Sie neue Dinge ausprobieren.“ Die meisten Menschen seien zufrieden mit den Fernsehern und Waschmaschinen und andren Geräten, an die sie sich gewöhnt haben. Das macht seinen Job nicht gerade leicht.

Eine Woche zu Gast in einer deutschen Familie

Eine Woche hat Mansfield selbst in einer Hamburger Familie gelebt: Vater, Muter und zwei Kinder, acht und zwölf. Als eine wichtige Erkenntnis habe er mitgenommen, wie wichtig es für den Vater gewesen sei, intensiven Kontakt zu den Kindern zu halten, die in einem anderen Haushalt lebten. Videotelefonie sei als technische Lösung nicht gut genug, um dem Problem gerecht zu werden, findet Mansfield.

Manchmal sind die Wünsche der Kunden ganz einfach, die technische Umsetzung aber sehr schwierig. Mansfield lässt sein neues Smartphone in einen Eimer voll Wasser gleiten. Die Menschen wollen, dass ihre Geräte Wasser- und Staub resistent sind, stellt er klar. Aber es sei eben schwer, einen Kopfhöreranschluss wasserdicht zu bekommen, ohne einen aufwändigen Verschluss zu machen. Der größte Wunsch der Kunden sei aber eine Batterie, die länger durchhält. Daran arbeitet Samsung, unter anderem. Aber was die nächste große Innovation aus dem Hause Samsung sein wird – das verrät Mansfield nicht.

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben