Wirtschaft : Sandvoß zieht die Konsequenzen

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Von Daniel RheePiening

Ernst-Otto-Sandvoß, Aufsichtsratsvorsitzender der Bankgesellschaft Berlin will nicht mehr. Das ist nicht besonders verwunderlich. Schließlich wollte Sandvoß sein Mandat nach der Privatisierung der Bank ohnehin niederlegen. Doch der Verkauf der landeseigenen Bank, den der erfahrene Banker für notwendig hielt, um das Geldhaus auf einen vernünftigen Weg zu bringen, platzte. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Vorstand der Bankgesellschaft einen eindeutigen Kurs gegen einen zügigen Verkauf steuerte.

Die Form, in der der Rückzug von Sandvoß nun öffentlich wurde, darf getrost als Affront verstanden werden. Üblich wäre es gewesen, sich zunächst vertraulich mit dem Land Berlin als Mehrheitseigentümerin ins Benehmen zu setzen, und den Rücktritt erst dann anzukündigen, wenn ein Nachfolger für den Posten benannt werden kann. Darauf hat Sandvoß verzichtet. Wohl auch, weil es für das Land gar nicht so einfach sein wird, einen Experten zu finden, der bei der Bankgesellschaft Verantwortung übernimmt und gleichzeitig auch fachlich in der Lage ist, das Haus zu kontrollieren. Zwar hat mit Stadtentwicklungssenator Peter Strieder immerhin ein Vertreter der Eigentümerin den Aufsichtsrat verlassen. Doch niemand will eine Wette darauf eingehen, dass der Bankkonzern damit wirklich aus dem Einflussbereich der Politik verschwindet und irgendwann für einen besseren Preis verkäuflich sein wird. Und dass die kommenden Jahre für die Bank einfacher werden, glaubt auch niemand. Die Bewährungsprobe kommt spätestens, wenn die Privilegien für die öffentlich-rechtlichen Banken gekippt werden.

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