Sanierung : Airbus-Werke sollen in deutscher Hand bleiben

Für die im Rahmen des Sanierungsprogramms "Power8" zum Verkauf stehenden deutschen Airbus-Werke strebt der Betriebsrat eine nationale Lösung an. Die Werke in Laupheim, Varel und Nordenham sollten möglichst in einer Hand bleiben.

Airbus Nordenham
Die deutschen Airbus-Werke, wie hier in Nordenham, sollen nach dem Willen des Betriebsrates in deutscher Hand bleiben. -Foto: ddp

HamburgDer Airbus-Gesamtbetriebsrat hat sich für eine nationale Lösung beim geplanten Verkauf von drei Airbus-Werken in Deutschland ausgesprochen. Die Arbeitnehmervertreter stellten sich darauf ein, dass ein Verkauf nicht zu verhindern ist, es sollte aber ein starker deutscher Partner sein, sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg. Voraussetzung sei, dass Airbus endlich seine Konzepte über die künftige Auslastung und Investitionen für diese Standorte offen legt. "Wir möchten eine deutsche Lösung in einer Hand." Das Airbus-Sparprogramm Power8 sieht neben dem Abbau von 10.000 Verwaltungsstellen unter anderem auch den Verkauf von Werken in Deutschland und an anderen ausländischen Standorten vor.

In Deutschland stehen das Werk Laupheim in Baden-Württemberg sowie in Niedersachsen Varel sowie Nordenham zur Disposition. Der Flugzeughersteller will die Werke mit insgesamt 4700 Beschäftigten im Rahmen seines Sparprogramms verkaufen. "Power8" sieht Kostensenkungen von 2,1 Milliarden Euro jährlich vor.

Unterstützung der Bundesregierung

Auch die Bundesregierung favorisiert den Verkauf der hiesigen betroffenen Werke an deutsche Firmen. Dafür hatte sich Luftfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) ausgesprochen. Schließlich sei Airbus Nutznießer der Aufstockung von Forschungsgeldern im Luftfahrtbereich, hatte er erklärt.

Horst Niehus, Betriebsratschef des Standortes Hamburg und Co-Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats, betonte: "Nach wie vor halten wir den Verkauf für Unsinn." Man müsse aber realistisch sein. Es gehe darum, eine zukunftsfähige Lösung zu finden. An diesem Mittwoch will die IG Metall zusammen mit dem Airbus-Betriebsrat in Hamburg eine erste Zwischenbilanz zum Power8-Programm ziehen.

Mehr als ein Dutzend Interessenten

Inzwischen sollen mehr als ein Dutzend Unternehmen Interesse an den Werken angemeldet haben. Zu den Interessenten zählen auch Diehl (Nürnberg), EDAG (Hamburg), Kaefer (Bremen), die MT Aerospace (Augsburg) und die frühere Boeing-Tochter Spirit.

Auftragsflut, Produktionshochlauf, neue Montage in China, das weitere großes Flugzeugprojekt A350, Sparprogramm und Neuorganisation nach Auffassung von Gesamtbetriebsratschef Lütjen hat sich Airbus zu viel vorgenommen. Es fehlten die Konzepte für die Umsetzung des Sparprogramms und auch die konkrete Definition, welche Verwaltungsstellen nun wegfallen sollen, kritisierte Lütjen. In Deutschland sollen es allein 3455 Stellen, am Standort Hamburg 2317 sein. "Die Hängepartie dauert seit Monaten. Das ist schon einmalig." Die Verunsicherung sei groß. "Das Vertrauen ist weg." Airbus müsse aber den Produktionshochlauf für den Airbus A380 bewältigen. Einige hundert Mitarbeiter würden dafür noch eingestellt. Beim A380 stehe 2008 ein "richtiger Kraftakt" bevor. (mit dpa)

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