Sanierung : Schaeffler streicht Stellen

Das in akute Finanznot geratene Familienunternehmen Schaeffler verschafft sich Luft durch zusätzliche Kredite, den Abbau von Kosten und eine Zusammenarbeit mit dem übernommenen Autozulieferer Continental.

München/Hamburg - Das in akute Finanznot geratene Familienunternehmen Schaeffler verschafft sich Luft durch zusätzliche Kredite, den Abbau von Kosten und eine Zusammenarbeit mit dem übernommenen Autozulieferer Continental. Neben der gerade zugesagten Zwischenfinanzierung von einer Milliarde Euro durch die Gläubigerbanken kommt der Zulieferer auch an anderer Stelle mit der Sanierung voran. Schaeffler passt die Kosten an den Nachfrageeinbruch an.

Allein in den vergangenen sechs Monaten sank die Zahl der Arbeitsplätze im Konzern nach „Handelsblatt“-Informationen weltweit um mehr als fünf Prozent auf rund 66 000. Stellen seien vor allem im Ausland abgebaut worden, sagte ein Konzern-Sprecher. Der IG Metall zufolge fiel der Abbau in Deutschland mit minus zwei Prozent moderat aus. Außerhalb Deutschlands strich Schaeffler in Europa knapp neun Prozent der Stellen, in Mittel- und Osteuropa sogar elf Prozent. Noch härtere Einschnitte gab es in Nordamerika, wo die Zahl der Stellen um 13 Prozent sank. Zudem wurden etliche Jobs aus den USA nach Mexiko verlagert.

Die Franken haben sich mit der Übernahme des größeren Konkurrenten Conti übernommen. Inhaber Georg Schaeffler bezifferte den Kapitalbedarf der Gruppe auf bis zu sechs Milliarden Euro. Die Gläubigerbanken haben Schaeffler gerade einen neuen Kredit von einer Milliarde Euro zugesagt. Damit soll dem Konzern, der derzeit am versprochenen Sanierungskonzept arbeitet, Zeit verschafft werden. Die Zwischenfinanzierung ändere aber nichts an der Notwendigkeit einer „großen Lösung“, hieß es im Umfeld der Gruppe. HB

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