Sanierungskonzept : GM Europe: Haben drei Werke zu viel in Europa

Die Europa-Tochter des schwer angeschlagenen US-Autoherstellers General Motors hat nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster zu viele Produktionsanlagen. Die beste Lösung wäre die Schließung.

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Europa-Chef von GM: Carl-Peter Forster -Foto: dpa

BerlinIn Europa gebe es drei Werke von Opel und Vauxhall zu viel, sagte der Chef von General Motors Europa (GME) Forster am Dienstag auf dem Genfer Autosalon. Die beste Lösung wäre daher die Schließung von Anlagen. Allerdings werden Forster zufolge auch Alternativen erwogen, um die Kapazitäten zu reduzieren. Aktuell liege die Überkapazität bei 30 Prozent.

GME steht aktuell in Kontakt mit mehreren europäischen Regierungen und bemüht sich um Staatshilfen, die Verhandlungen mit der deutschen und der britischen Regierung dauern an. "Wir brauchen Unterstützung," sagte Forster. Die gegenwärtige Krise sei zu tiefgreifend, um sie ohne Hilfe durchzustehen. Die Krise dürfte nach Einschätzung des Managers ihren Höhepunkt bald erreicht haben. Dies mache weiteren Kapitalbedarf unwahrscheinlich.

Steinbrück zweifelt an Rettungsplan

Angesichts der Forderung nach einem tragfähigen Rettungskonzept für Opel äußerte sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) eher skeptisch . "Ich kann es bisher nicht erkennen", sagte er in der ARD-Talksendung "Beckmann" am Montagabend. "Es macht keinen Sinn, dass wir Opel Geld zur Verfügung stellen, das möglicherweise ganz irgendwo anders landet, nämlich in den USA. Und mir ist bisher nicht ganz klar, wie der Abnabelungsprozess laufen soll."

Steinbrück wollte nicht ausschließen, dass der Staat Opel helfen werde - allerdings sei es die Aufgabe des Automobilkonzerns, ein schlüssiges Restrukturierungskonzept zu liefern. "Wir warten auf ein solches Abschottungskonzept seit den ersten Gesprächen im November Anfang des Jahres." Nicht der Staat könne das Konzept liefern, "sondern nur das Unternehmen selbst".

Guttenberg will Wettbewerbsverzerrungen vermeiden

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte unterdessen an, den Opel-Zukunftsplan "sehr, sehr nüchtern" zu prüfen. Derzeit sei an eine Staatsbeteiligung noch nicht zu denken, sagte Guttenberg am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Es gebe noch viele offene Fragen, die gelöst werden müssten, "bevor wir uns an eine Stufenleiter heranwagen, in der der Staat in welcher Form auch immer zur Hilfe kommen kann". Sollte es zu einem staatlichen Einstieg kommen, dürfe dies zudem nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen, machte der CSU-Politiker deutlich.

Das Konzept, das eine eigenständige europäische Gesellschaft vorsieht, wird in den nächsten Wochen gründlich geprüft. Hilfen sollen auch vom Vorgehen des von der Insolvenz bedrohten US-Mutterkonzerns General Motors (GM) und der US-Regierung abhängen. Opel erwartet allein vom Staat Hilfen von 3,3 Milliarden Euro. (imo/dpa/AFP/ddp)

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