Sanierungspläne : IG Metall droht MAN mit "Großkonflikt"

Produktionsverlagerung nach Polen? Die Sanierungspläne des Fahrzeugbauers MAN für seine angeschlagene Bus-Sparte stoßen der IG Metall sauer auf. Sie droht damit, einen riesen Ärger zu machen, wenn der Standort in Deutschland nicht erhalten bleibt.

MAN
Mehrere hundert Arbeitsplätze bei MAN sind bedroht. -Foto: dpa

SalzgitterBei den Verhandlungen über die Sanierung der ertragsschwachen Bus-Sparte von MAN in Salzgitter hat die Gewerkschaft IG Metall den Konzern vor einem "Großkonflikt" gewarnt. Mehrere hundert Jobs könnten in Salzgitter in Gefahr sein, sagte IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine nach erneut ergebnislosen Gesprächen. Ein MAN-Sprecher sagte, das Unternehmen sei "lösungsorientiert und offen".

Meine forderte, der MAN-Konzernvorstand müsse bis zur Betriebsversammlung der Bus-Sparte NEOMAN am 6. September Klarheit schaffen. Falls sich der MAN-Vorstand bewege, könne es Anfang September wieder zu Verhandlungen kommen. "Falls nicht, werden wir beraten, was wir tun. Aber das ist eine kampfstarke Belegschaft in Salzgitter, die sich gegebenenfalls zu wehren weiß." MAN hat in Salzgitter insgesamt 2900 Beschäftigte, davon 1400 im Bus-Bereich.

MAN habe erneut keine konstruktiven Vorschläge auf den Tisch gebracht, wie der Bus-Standort Salzgitter erhalten werden könne, kritisierte Meine. "Unsere Forderungen bleiben bestehen: Die Bus-Kompetenz muss in Salzgitter bleiben. Es darf keine Verlagerung von Forschung, Entwicklung und Vertrieb nach München geben, es darf keine Verlagerung der Produktion nach Polen geben." Für den Fall, dass in einzelnen Bereichen Produktion verlagert werden müsse, seien entsprechende Ersatz-Arbeitsplätze in Salzgitter zu schaffen.

"Wir suchen eine gute Lösung für unsere Mitarbeiter"

Der MAN-Sprecher sagte: "Wir sind in die Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern gegangen, um gemeinsam Lösungen zu finden, damit die Kostensituation nachhaltig verbessert wird. Diese Verhandlungen laufen." Es gebe keine "Deadline" für Ergebnisse, es werde versucht, dies im Konsens zu machen.

Wegen der Probleme im Busgeschäft hatte der Münchner Konzern eine Verlagerung der Bus-Montage aus Salzgitter nach Polen als "mögliche Alternative" bezeichnet. Bis 2010 soll die Bus-Sparte, die im ersten Halbjahr einen operativen Verlust von 13 Millionen (Vorjahreszeitraum: plus elf Mio) Euro verbuchte, in die Nähe der Renditen im boomenden Lkw-Geschäft kommen. Auch in Salzgitter hat MAN einen Lkw-Bereich. "Wir suchen eine gute Lösung für unsere Mitarbeiter, unser Ziel ist es, eine Lösung ohne betriebsbedingte Kündigungen zu finden", hatte MAN-Chef Hakan Samuelsson gesagt. (mit dpa)

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