Sanktionsverstöße und Geldwäsche : Commerzbank muss Gewinn nach unten korrigieren

Ein Vergleich kostet das Institut 1,45 Milliarden Dollar. Nun haben US-Behörden die Deutsche Bank im Visier.

Die Commerzbank hat Probleme mit der Finanzaufsicht und dem eigenen Geschäft.
Die Commerzbank hat Probleme mit der Finanzaufsicht und dem eigenen Geschäft.Foto: dpa

Die Commerzbank muss wegen des Streits mit den US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahlt das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar, wie die New Yorker Finanzaufsicht und das Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Dadurch sinkt der Gewinn der Commerzbank: Wegen einer aus dem Vergleich resultierenden Einmalbelastung von 338 Millionen Euro im vierten Quartal betrage das Konzernergebnis 2014 nur noch 264 Millionen Euro, teilte die Commerzbank nach Handelsschluss an der Frankfurter Börse mit. Ursprünglich hatte das Institut ein vorläufiges Ergebnis von 602 Millionen Euro ausgewiesen.

Nach deutschem Recht ist es möglich, solche Belastungen rückwirkend zu verbuchen. Der Vergleich im Streit um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe war erwartet worden. Fünf Manager der Commerzbank müssen deshalb gehen.

Die Bank hatte wegen des schwebenden Verfahrens ihre Rückstellungen zuletzt um 500 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro angehoben. Die USA werfen der Commerzbank und vielen anderen Instituten vor, gegen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben. Der zuständige Staatsanwalt wollte Insidern zufolge auch den Vorwurf eines zu laxen Umgangs der Commerzbank mit Geldwäsche-Regeln im Zuge des Betrugsskandals um den japanischen Olympus -Konzern mitverhandeln.

Ein Vergleich mit der Deutschen Bank ist möglich

An der Börse sorgte der Vergleich zunächst für Erleichterung bei Commerzbank-Aktionären. Das Papier der Bank verteuerte sich zeitweise um 1,3 Prozent bis auf ein Tageshoch von 12,15 Euro. Zum Handelsschluss, noch bevor die Bank die Anpassung ihres Gewinns nach unten bekanntgab, stand die Aktie unverändert bei 11,99 Euro. Im späten Geschäft bewegten sich die Titel kaum.

Die Untersuchungen laufen schon seit 2010. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass die staatliche iranischen Reederei IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch in den Jahren 2002 bis 2007 Geschäfte mit der Firma gemacht.

Nach der Einigung könnten aus Sicht von Experten Vergleiche mit dem französischen Institut Credit Agricole und der Deutschen Bank folgen, die wegen Iran-Geschäft ebenfalls im Visier der US-Behörden steht. (rtr)

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