Wirtschaft : SAP AG: "Letztlich zählt nur der Profit"

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Der Softwarekonzern SAP AG hat im hart umkämpften amerikanischen Software-Markt erstmals wieder seine Profitabilität steigern können. Das erklärte SAP-Vorstandssprecher Hasso Plattner in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Wir wollen Amerika in der Profitabilität deutlich anheben. Das ist ein viel höheres Ziel für uns als die Umsatzsteigerung", machte Plattner deutlich. Umsatzwachstum sei zwar für den Marktanteil wichtig. "Aber letztlich zählt der Profit."

Die Probleme in Amerika - SAP verzeichnete dort Anfang 2000 Umsatzrückgänge - führt der SAP-Mitgründer auch auf eigene Fehler zurück. Der wohl gravierendste sei es gewesen, keinen Marketing- oder Verkaufsexperten an die Spitze der Amerika-Tochter zu setzen. "Das war wohl mein Fehler", so Plattner. Die Fähigkeit, zu begeistern, sei in Amerika wichtig. Der neue US-Chef Wolfgang Kemna besitze diese Attribute. "Amerikaner müssen an die Führungsmannschaft glauben. Und Wolfgang Kemna ist bei den Amerikanern anerkannt." Auch die Verständigung zwischen Amerika und Deutschland funktioniere wieder. "Wir haben eine wesentlich bessere Harmonie. Das ist wichtig. In Amerika sitzen unsere Hauptmitbewerber." Gleichzeitig habe man bei der Einführung des Internet-Produkts "mySAP.com" Marketing-Fehler gemacht, räumte Plattner ein. "Wir hatten alle Produkte, aber wir haben es der Konkurrenz überlassen, die Definitionen für E-Business auszufüllen." Amerikaner liebten es klar und einfach. Ob die Produkte auch lieferbar seien, sei zunächst nachrangig. "In dieser Welt, wo alles nach etwas Neuem geschrieen hat, war Perception-Marketing das wichtigste."

Die Probleme seien mittlerweile gelöst. Der Markt habe SAP als einen E-Business-Player akzeptiert. Daran habe die Partnerschaft mit dem Anbieter von Online-Marktplätzen, Commerce One, großen Anteil. "Der wichtige Effekt war, dass wir SAP aus der Software-Ecke herausbekommen haben."

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