Wirtschaft : SAP AG: Softwarekonzern will Aktionäre stärker am Gewinn beteiligen

Der Softwarekonzern SAP will seinen Aktionären mehr Mitspracherechte einräumen und sie stärker am Gewinn beteiligen. Wie die SAP AG am Mittwoch mitteilte, sollen stimmrechtslose Vorzugsaktien im Verhältnis eins zu eins in Stammaktien umgewandelt werden und künftig ebenfalls stimmberechtigt sein. Die Dividende werde vereinheitlicht und orientiere sich am höheren Niveau der bisherigen Vorzugsaktie. Hintergrund ist die Ankündigung der Deutschen Börse, für die Gewichtung im Dax ab Juni 2002 nur noch eine Aktiengattung heranzuziehen. Unternehmen, die Stämme und Vorzüge anbieten, riskieren dann, aus dem Index gestrichen zu werden. Bei SAP werde sich die angekündigte Maßnahme auf den Kurs der höher notierten Vorzüge eher negativ auswirken, sagte Analyst Mirko Maier von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Erwartet werde nämlich, dass sich die Kurse von Stämmen und Vorzügen in den kommenden Wochen angleichen. Darüber hinaus könne die Umwandlung aber auch die Fantasie aufkommen lassen, dass die SAP-Aktie in den europäischen Börsenindex Stoxx aufrücken werde, sagte Maier. Ende 2000 hatte SAP insgesamt 131,7 Millionen Vorzugsaktien und 183 Millionen Stammaktien ausgegeben. Die Stammaktien werden zu mehr als 63 Prozent von den SAP-Gründern, ihren Familien und Stiftungen gehalten. Nach der Umstellung soll der Anteil der Gründungsaktionäre am stimmberechtigten Kapital von derzeit über 63 Prozent auf 39 Prozent sinken. Die Gründer beabsichtigten danach keine wesentlichen Veränderungen ihrer Kapitalanteile, sagte der Vorsitzende des SAP-Aufsichtsrats Dietmar Hopp.

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