Wirtschaft : SAP hat die Krise überwunden Softwarekonzern wächst wieder zweistellig

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Frankfurt am Main - Bill McDermott wird ganz euphorisch. Im für einen US- Manager typisch optimistischen Tonfall erläutert der Co-Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP die Zukunft des Unternehmens: „Wir sind zurück. Und wir werden weiter zweistellig wachsen.“ Ein Jahr nach dem Rauswurf seines Vorgängers Leo Apotheker und nach dem Krisenjahr 2009 verleihen die Rekordzahlen Europas größtem Softwarekonzen Rückenwind. 2010 verbuchte SAP nach deutscher Rechnungslegung einen Gewinn von knapp 2,7 Milliarden Euro, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. McDermott und sein dänischer Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe kündigten am Mittwoch an, dass die Aktionäre mit einer Erhöhung der Dividende um 20 Prozent auf 60 Euro-Cent am Erfolg teilhaben sollen. 2011 soll es bei Umsatz und Ergebnis um jeweils zehn bis 15 Prozent nach oben gehen.

Damit würde SAP den Umsatz von aktuell 12,5 Milliarden auf mehr als 14 Milliarden Euro steigern, der Betriebsgewinn würde dann bei rund 4,5 Milliarden Euro liegen. Dadurch können die Walldorfer auch die Lasten aus dem gegen den US-Konkurrenten Oracle verlorenen Prozesses durch die SAP-Tochter Tomorrow Now gut schultern. SAP war Ende November wegen des Diebstahls von Daten zu Schadenersatz in Höhe von rund einer Milliarde Euro verurteilt worden. Zwar hat Finanzchef Werner Brandt deshalb die Rückstellungen im vierten Quartal von 120 Millionen um weitere 933 Millionen Euro erhöht. SAP aber hält die Strafe für „unverhältnismäßig und falsch“. Sobald das Urteil vorliegt, wollen die Walldorfer entweder einen Antrag auf Reduzierung der Auflage erreichen oder womöglich in Berufung gehen.

SAP ist Weltmarktführer bei Software zur Steuerung von Unternehmensprozessen. 2010 konnte der Konzern die Umsätze in allen Regionen deutlich steigern, weil Unternehmen nach der Krise wieder deutlich stärker in Software für Produktion, Personal und das Kunden-Management investieren. Vor dem Hintergrund hat SAP 2010 weltweit wieder 1700 neue Mitarbeiter eingestellt. Weitere 4200 kamen über den Kauf der Softwarefirma Sybase dazu. In Deutschland wurden 250 neue Stellen geschaffen. Insgesamt beschäftigte SAP Ende 2010 rund 55 000 Mitarbeiter, davon rund 13 000 in Deutschland. 2009 hatte SAP weltweit noch 4000 Stellen gestrichen. Rolf Obertreis

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