Wirtschaft : SAP legt glänzende Quartalszahlen vor

Fast 1200 neue Stellen

FRANKFURT (MAIN) (dpa). Deutschlands größtes Software-Haus, die Walldorfer SAP AG, wird 1997 einen Rekordgewinn einfahren und das Personal weiter kräftig aufstoêken.Nach einem Gewinnsprung um 86 Prozent im dritten Quartal rechnet SAP für das Gesamtjahr mit einem Ertragsplus von mehr als 50 Prozent auf rund 1,5 Mrd.DM vor Ertragsteuern. Der Vorstandsvorsitzende Dietmar Hopp versuchte am Mittwoch in Frankfurt die Euphorie für die SAP-Aktie zu dämpfen, die im frühen Börsenhandel auf ein neues Allzeithoch abhob.Zum Schluß des Parketthandels lag die SAP-Aktie mit 526 DM um 21,70 DM oder 4,3 Prozent über dem Vortag. Hopp unterstrich die Bedeutung guter Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens.Daher will er weltweit die besten Leute zu SAP holen.Hochqualifiziertes Fachpersonal sei aber nur zu attraktiven Bedingungen zu verpflichten.Deshalb will SAP Spitzenkräfte verstärkt mit Aktienoptionen an sich binden. Ende 1997 werden in Deutschland 5800 Computerfachleute für SAP arbeiten, fast 1500 mehr als ein Jahr zuvor, kündigte Hopp an.Weltweit sollen zum Jahresende 12 800 (Ende 1996: 9200) Mitarbeiter beschäftigt werden. "Im vierten Quartal 1997 rechnen wir mit einer Abschwächung des Umsatzwachstums", sagte Hopp.Bei anhaltend günstigen Wechselkursen sei für das gesamte Jahr ein Umsatzplus von 50 Prozent auf deutlich über fünf Mrd.DM möglich.In den ersten Monaten 1997 hat der Software-Konzern mit 3,8 Mrd.DM bereits mehr Umsatz erreicht als im gesamten Vorjahr mit 3,7 Mrd.DM.Der Vorsteuergewinn summierte sich bis Ende September auf 833 Mill.DM. Der Umsatzanstieg werde nach wie vor von der Standardsoftware R/2 und R/3 sowie von den günstigen Währungsbedingungen einer schwachen D-Mark angetrieben, hieß es.Vor allem in den USA und der asiatisch-pazifischen Region konnte SAP kräftig zulegen.Selbst der größte Nudelhersteller in China, Ting Hsin, arbeitet mit den Programmen aus dem badischen Walldorf.Die stärksten Wachstumsimpulse erwartet das Unternehmen neben Asien aus Osteuropa und Südamerika. Großen Nachholbedarf für betriebliche Anwendungssysteme sieht SAP im deutschen Mittelstand.Von 3,2 Mill.kleinen und mittleren Firmen nutzten erst vier Prozent das Internet für ihr Geschäft.Dort schlummern laut SAP-Vorstand noch große Produktivitätsreserven.Daher soll diese Kundschaft künftig von den Walldorfern verstärkt angesprochen werden.

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