Wirtschaft : SAP schafft finanzielle

Anreize für Mitarbeiter Beteiligung an Kursgewinnen HEIDELBERG (dpa).Im scharfen internationalen Wettbewerb um die besten Mitarbeiter in der Softwarebranche setzt der deutsche Hersteller SAP auf Mitarbeiterbeteiligung.Mit dem vorerst für ein Jahr beschlossenen Programm sollen 8000 vor dem 1.Juli 1996 eingestellte Beschäftigte am steigenden Aktienwert beteiligt werden, gab Vorstandssprecher Dietmar Hopp am Mittwoch bei Vorlage der Bilanz bekannt.Das Ergebnis könnte in diesem Jahr aber möglicherweise nicht in gleichem Umfang wie der Umsatz steigen, räumte Vorstand Henning Kagermann ein.Der Kurs der SAP-Aktie fiel am Mittwoch in Frankfurt von 802,00 auf 776,50 DM zurück. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat SAP nach den Worten von Hopp mit einem um 62 Prozent auf 6,02 Mrd.DM gesteigerten Umsatz fast 50 Prozent mehr Softwareerlöse erzielt als die drei stärksten Konkurrenten zusammen.In diesem Jahr will SAP nach Angaben von Kagermann den Umsatz um 30 bis 35 Prozent steigern.Zahlen für die ersten Monate 1998 legte er noch nicht vor.1997 habe SAP den Jahresüberschuß um 63 Prozent auf 925 Mill.DM erhöht.Der Kostenanstieg könnte 1998 über dem Umsatzwachstum liegen, weil im laufenden Jahr bis zu 5000 neue Mitarbeiter, davon 2000 in der Bundesrepublik, eingestellt werden sollen.Ende 1997 hatte SAP weltweit 12 856 Mitarbeiter, 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.In Deutschland wurden 5516 Mitarbeiter beschäftigt. Bei der Mitarbeiterbeteiligung werden rund 1,1 Mill.Anrechte je nach Stellung im Unternehmen auf die Arbeitnehmer verteilt, gab Kagermann bekannt.Steigt der Aktienkurs um 100 DM, werde dieser Anstieg voll auf die 1,1 Mill.Anrechte verteilt.SAP würde dann 110 Mill.DM an die Mitarbeiter ausschütten.Ein möglicher Kursanstieg um weitere 100 DM soll zu 50 Prozent, darüber hinausgehende Steigerungen von je 100 DM zu 25 Prozent an die Mitarbeiter weitergegeben werden.Die Ausschüttung wird in drei Raten 1999 und 2000 ausgezahlt. Hopp und der zweite Vorstandssprecher Hasso Plattner erläuterten, daß SAP zunehmend Kunden aus dem Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen gewinne.Nach Plattners Angaben entfielen 38 Prozent aller SAP-Installationen 1997 auf Firmen mit einem Weltumsatz von weniger als 200 Mill.US-Dollar.Expansionsfelder der SAP lägen im Bereich mittelständischer Firmen und geographisch in Asien, Osteuropa und Südamerika. 1997 war für SAP die Region Amerika mit einer Steigerung von 87 Prozent auf 2,6 Mrd.DM Umsatz der dynamischste Markt, gefolgt von Europa (ohne Deutschland) mit einem Plus von 58 Prozent auf 1,4 Mrd.DM.In Deutschland stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 1,15 Mrd.DM.Die Finanzkrise in Asien beeinträchtigt SAP nach Kagermanns Angaben kaum.Nur 13 Prozent des Umsatzes entfielen auf den asiatisch-pazifischen Raum. Der Hauptversammlung am 7.Mai wird eine Erhöhung der Dividende um je eine DM auf 2,80 DM je Stamm- und 2,85 je Vorzugsaktie im Nennwert von fünf DM vorgeschlagen, wobei ein 1997 zum 25jährigen Bestehen von SAP gezahlter Bonus nicht berücksichtigt ist.Die SAP, die im August an die New Yorker Börse geht, wird zum Januar 1999 Grundkapital und Rechnungslegung auf den Euro umstellen, sagte Kagermann.Mit Ablauf der HV wollen die SAP-Mitgründer Hopp und Klaus Tschira in den Aufsichtsrat wechseln.Sprecher des Vorstands neben Plattner wird dann Kagermann.

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