Wirtschaft : Saudi-Arabien gibt nach

Blackberry-Dienst nur kurz abgeschaltet

Dschiddah/Ottawa/Washington - Für rund vier Stunden konnten am Freitag Besitzer des populären Smartphones Blackberry in Saudi-Arabien den Messenger- Dienst ihres Telefons nicht mehr verwenden. Wie mehrere Nutzer des Geräts in dem arabischen Land am Freitag bestätigten, wurde diese Funktion gegen 11.30 Uhr unserer Zeit abgeschaltet, war aber ab 16 Uhr wieder verfügbar. Die saudische Telekombehörde hatte am Dienstag angekündigt, die Blackberry-Dienste wegen „Sicherheitsbedenken“ von diesem Freitag an zu verbieten. Als Begründung nannte die Behörde, die angebotenen Dienste entsprächen nicht den nationalen Bestimmungen. In Saudi-Arabien gibt es rund 700 000 Blackberry-Nutzer.

Die Smartphones des kanadischen Herstellers Research in Motion (RIM) verschlüsseln Experten zufolge die Daten ihrer Besitzer besser als die anderer Hersteller und erschweren damit eine Überwachung der Nutzer. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Algerien, dem Libanon und Indien sind Vorbehalte gegen den ungehinderten Datenaustausch laut geworden. Die Staaten machen Sorgen geltend, weil die Daten direkt ins Ausland übermittelt werden und damit kein Einblick beispielsweise in die Kommunikation von Terroristen möglich sei. Indien vermutet, dass der Anschlag in Bombay, bei dem vor zwei Jahren 116 Menschen getötet wurden, über Blackberrys geplant wurde.

Im Streit um die Datenkontrolle hat sich die kanadische Regierung in Gespräche des Herstellers RIM mit Saudi-Arabien eingeschaltet. „Wir arbeiten eng mit den Vertretern von RIM und mit den Behörden vor Ort zusammen, um bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu helfen“, sagte Handelsminister Peter Van Loan am Donnerstag. Kanada sei besorgt wegen der weitreichenden Folgen einer Unterbrechung des Messenger-Dienstes des Blackberry. Der freie Fluss von Kommunikation und Information sei wichtig.

US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte Gespräche zwischen den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. „Wir wissen, dass es berechtigte Sicherheitsbedenken gibt“, sagte Clinton in Washington. Zugleich gebe es bei der Nutzung der Telefone ein berechtigtes Interesse an „freier Nutzung und freiem Zugang“. Clintons Sprecher sagte, die USA würden auch Kontakt zu Saudi-Arabien, Indien und anderen Ländern aufnehmen, in denen es Sicherheitsbedenken gebe. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Sonntag angekündigt, wichtige Blackberry-Dienste ab dem 11. Oktober stoppen zu wollen. AFP/rtr

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