Wirtschaft : Schaden höher als zunächst erwartet

Im Betrugsskandal um fingierte Leasinggeschäfte des Technologieunternehmens FlowTex liegt die vermutete Schadenssumme deutlich über einer Milliarde Mark. Das bestätigte am Freitag der Sprecher der Mannheimer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität, Hubert Jobski. "Die genaue Summe ist noch nicht abzusehen", erklärte er. Bei den von der Behörde unter die Lupe genommenen FlowTex-Leasinggeschäften mit Bohrsystemen sollen laut Staatsanwaltschaft etwa drei Viertel fingiert gewesen sein.

Das in mehr als 40 Ländern tätige Ettlinger Technologieunternehmen hat acht Kern- und bis zu 90 Tochterfirmen. FlowTex hatte sich mit seinem Patent für Horizontalbohrmaschinen, bei denen beim Verlegen von Rohren der Boden nicht mehr großflächig aufgegraben werden muss, international einen Namen gemacht.

Im Zusammenhang mit den wegen des Verdachts betrügerischer Leasinggeschäfte und Steuerhinterziehung verhafteten FlowTex-Gesellschaftern Manfred Schmider und Klaus Kleiser wollte Jobski den Erlass von drei weiteren Haftbefehlen weder bestätigen noch dementieren. Ein Steuerberater der beiden Hauptbeschuldigten befinde sich wieder auf freiem Fuß. Nach einem Bericht des Südwestrundfunks sollen auch gegen den im Ausland lebenden Bruder Schmiders sowie eine Geschäftsführerin eines Tochterunternehmens der Firmengruppe Haftbefehle bestehen.

Aus dem Kreis der mehr als 80 Gläubigerbanken hatte am Mittwoch die Sparkasse Bremen beim Amtsgericht Karlsruhe gegen die FlowTex Technologie GmbH & Co. KG einen Insolvenzantrag gestellt. Der Insolvenzverwalter Eberhard Braun will in Kürze einen Finanzplan vorlegen. Die Schätzungen über die Außenstände des Unternehmens schwanken bislang zwischen 1,5 und drei Milliarden Mark.

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