Schadensersatz : 643 Millionen-Euro-Klage gegen Evonik

Gegen den Essener Mischkonzern Evonik und fünf weitere europäische Chemieunternehmen ist eine Schadensersatzklage von mehreren hundert Millionen Euro erhoben worden.

Brüssel/EssenDie Brüsseler Gesellschaft Cartel Damage Claims (CDC) habe die Klage beim Landgericht Dortmund eingereicht, teilte die Gesellschaft in Brüssel mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der WirtschaftsWoche. Die Schadenssumme inklusive Zinsen liege nach einer vorläufig groben Schätzung bei 643 Millionen Euro. CDC geht von zeitweise bis zu 100 Prozent überhöhten Preisen aus.

Im Fall von Evonik richtet sich die Klage gegen die Chemiesparte, die frühere Degussa, die der Konzern erst vor wenigen Jahren übernommen hat.  Die EU hatte 2006 das Mitte der 1990er Jahre gegründete Kartell, dem neben Degussa auch Akzo Nobel (Niederlande), Solvay (Belgien), Arkema (Frankreich), Kemira Oyi (Finnland) und FMC Foret (Spanien) angehörten, mit einem Bußgeld von 388 Millionen Euro bestraft. Degussa musste sein Bußgeld in Höhe von 130 Millionen Euro nicht bezahlen, weil er den EU-Wettbewerbshütern die Verstöße beichtete. Aufgrund der EU-Kronzeugenregelung können geständige Kartellsünder Strafen teilweise oder komplett erlassen bekommen.

Die CDC hat Schadensersatzansprüche von 32 Papierherstellern aufgekauft, die von 1995 bis 2002 kartellbedingt überhöhte Preise für das Bleichmittel Wasserstoffperoxid bezahlt haben sollen. Seit 2005 klagt CDC bereits vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen sechs Zementhersteller, darunter Dyckerhoff und HeidelbergCement, die von der EU wegen Bildung eines Kartells bestraft worden waren. CDC hat für das Zementverfahren in Düsseldorf die Ansprüche von 36 Unternehmen aufgekauft. (aku/dpa)



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