Schaeffler und Conti : "Eine feindliche Übernahme ist logisch"

Nach Einschätzung des Automarktexperten Ferdinand Dudenhöffer hat Conti schlechte Karten gegen Schaeffler. Vier Gründe, warum Schaeffler gewinnt.

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Berlin„Conti ist gebeutelt durch den schlechten Markt, hohe Zinsbelastungen, steigende Rohstoffpreise und die Siemens-VDO-Integration“, schreibt Dudenhöffer in einer Studie über den „erbitterten Übernahmekampf“. Dagegen könne sich Schaeffler „zurücklehnen“ und abwarten, bis sich die Aufregung gelegt habe. „Der Angriff auf Conti dauert länger. Die Burg steht unter Dauerbelagerung.“ Dudenhöffer führt vier Argumente an, die für Conti sprechen.

Erstens sei der Hannoveraner Konzern durch die Übernahme von Siemens-VDO, die elf Milliarden Euro kostete, „verwundbar geworden“. Die entsprechend hohe Verschuldung erhöhe die Fremdfinanzierung und drücke den Gewinn. Zweitens habe Conti Probleme mit der Sparte „Interior“ und dem US-Reifenmarkt. Der Preisverfall von Navigationsgeräten belaste Conti. Drittens belaste der Ölpreis die Autohersteller und ihre Lieferanten, „die Gewinne werden enger, und der Druck auf den Aktienkurs steigt“. Viertens müssten die steigenden Rohstoffpreise verkraftet werden, die entweder den Gewinn drücken oder von den Kunden getragen werden müssten. „Kein schönes Szenario, in einem sinkenden Markt Preiserhöhungen durchsetzen zu müssen“, schreibt Dudenhöffer.

„Die industrielle Logik spricht für feindliche Übernahme“, weil die Conti-Bereiche Powertrain und Body Chassis sich „ideal mit den Schaeffler Produkten ergänzen“. Die Finanzierung sei eher kein Problem: Banken könnten den Conti-Kauf zwischenfinanzieren und die Kredite dann „,mit dem Verkauf von Conti-Geschäfseinheiten getilgt werden“. Das betrifft das Reifengeschäft mit einem Anteil am Conti-Umsatz von rund 25 Prozent und die Sparte Interior (24 Prozent). Auch Conti-Tech (elf Prozent) passe nicht gut zu Schaeffler. Unterm Strich bliebe für die restlichen 40 Prozent ein Kaufpreis von fünf Milliarden Euro für Schaeffler. alf

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